Viele schöne Momente auf dem Wieshof

IV. Sanktandreser Brauchtumsseminar


Vom 11. Juni bis zum 14. Juni 2026 veranstaltete die Heimatortsgemeinschaft Sanktandres ihr IV. Brauchtumsseminar auf dem Wieshof in Bad Wurzach im Allgäu. Mehr als 60 Teilnehmer meldeten sich zu dem diesjährigen Ereignis an.

Brauchtum und Traditionspflege wie einst im Banat waren im Vorfeld angekündigt. Im Rahmen dieser Veranstaltung war auch ein Klassentreffen des Jahrgangs 1966 vorgesehen. Auch in diesem Jahr war wieder ein Auftritt des Sanktandreser Chores geplant.

Die schöne Gegend, am Donnerstag und Freitag etwas mit dichten Wolken verhangen, aber diese Idylle lud trotzdem die singfreudigen singAndreser – den Sanktandreser Chor – herzlich ein. Überpünktlich trafen die Chormitglieder ein. Sie reisten aus ganz Süddeutschland (Bayern und Baden-Württemberg) und aus der Schweiz an.

Ein Team des HOG-Vorstands sorgte dafür, dass alles gut vorbereitet war. So standen die Kannen mit frischem Kaffee und Kuchengebäck auf den Tischen. Auch die Banater Kipfeln wurden wieder angeboten. Und… alle Teilnehmer des Seminars wurden mit einem Schokoladenslogan “Schön, dass du da bist” willkommen geheißen.

Bevor Heidi Till, unsere Chorleiterin, das Liederrepertoire auflistete, das zum Proben des ersten und zweiten Tages anstand, las Siegfried Roth eine nette Geschichte aus dem im Jahr 1989 im Kriterion-Verlag Bukarest erschienenen Buch von Nikolaus Haupt “Wohres un Unwohres uf Schwowisch” vor. Somit wurde die Stimmung der Chormitglieder sofort zusätzlich aufgelockert.


„Warum etwas sagen, wenn man es singen kann?“
Es ist ein Zitat von dem US-Filmemacher Walt Disney, das wir uns zu eigen machten.
Mit viel Elan widmete man sich den ausgewählten Liedern, da die Sanktandreser sich gerne am 27. September 2026 in Spaichingen beim Banater Chöretreffen und am 8. November 2026 in Erlangen beim Tag der Heimat des Bundes der Vertriebenen teilnehmen möchten.
Deswegen wurden mehrere Lieder in das neue Repertoire mit aufgenommen und geübt, wie z. B.: “Die Rose” von Amanda McBroom, “Mir tinke a Viertel” von Karl-Heinz Steinfeld, “Öffnet den Kreis” von Clemens Bittlinger oder auch “Die Abendstille überall”, eine Melodie von Otto Laub.

Am zweiten Tag trafen nach und nach alle Teilnehmer des Brauchtumsseminars ein. Schmackhafte Kartoffelsuppe und Langosch vom Feinsten wurden serviert. Natürlich sorgten fleißige Hände dafür, dass jeder Gast zufriedenstellend beköstigt werden konnte. Unter Melitta und Lorant Horvats Aufsicht, die aus Keglewichhausen stammen, brutzelte der im heißen Fett gebackene Langosch.


HOG-Vorstands- und Chormitglied Hans Stemper feierte einen halbrunden Geburtstag. Zu diesem Anlass sangen die singAndreser ein Geburtstagsständchen und überreichten ihm eine Flasche Schwarzwälder Sekt, Schokoladenpralinen und das im Banat neu erschienene Buch “Kirchweih im Banat. Religiöse und weltliche Perspektive” von Siegfried Thiel.

Während die singAndreser fleißig probten und an ihrem Liederbestand schliffen, verarbeiteten die Wurstexperten das von Hans Metzger mitgebrachte Fleisch und fabrizierten leckere Banater Bratwurst.

Über 40 Kg Schweinefleisch wurden verarbeitet.

Als die Anwesenden noch die köstliche Banater Wurst lobten, zogen sich die 60-Jährigen in das Kleinhaus in einen von Heidi und Sigi hergerichteten Klassenraum zurück und beteiligten sich an einer besonderen Klassenstunde. Bis zum 8. Schuljahr waren sie eng vertraut. Jahrzehnte hatten sie sich jedoch aus den Augen verloren. Deshalb schon hatten die Kameradinnen und Kameraden viel, sehr viel zu erzählen.


Unsere Tradition lebt fort. Gesellschaftsspiele rundeten den Abend ab.

“Kuntra” und “Radmache” auf der “Fuchse-Agenda”.
Rummy macht Spaß

„Kochen ist eine Sprache, durch die man Harmonie, Kreativität, Glück, Schönheit, Poesie, Komplexität, Magie, Humor, Provokation und Kultur ausdrücken kann“, meint der spanische Koch Ferran Adrià Acosta. Dass er recht behalten soll, erwies sich beim Zubereiten vom “G’fillti Kraut” (auch “Sarmale” genannt) und “G’fillti Paprika” (Paprika gefüllt mit Hackfleisch und Reis) mit einer guten “Paradeissoß” (Tomatensauce) als Beilage.


Auch an die Vegetarier wurde gedacht. Es kamen auch schmackhafte vegetarische Krautwickel auf den Tisch.

Als Beilage zu den Krautwickeln servierte man Kartoffeln und Mămăligă (Maisbrei). Für einen zusätzlichen Genuss dienten gebratene Speckstücke.

Für jeden Mann und jede Frau etwas geboten

“Bitte zugreifen!” Auch die Grilliaschschnitte wurden zubereitet.
“Sächsisches 7 Pfund-Brot” brachte Hans Böhmer aus Sachsen mit.
Alte Weisen gespielt von Jürgen Mezger, spornten zum Singen an.
Alles will gelernt sein, auch die Tanzschritte.
Spaziergänge an der frischen Luft im schönen Allgäu.
Omas Stickereien wurde auch präsentiert.

Was auch dieses Mal nicht gefehlt hat: Wein aus dem Banat – aus Bakowa. Auch Trinkwasser, abgefüllt in Sanktandres an der “Weiß-Brick”, konnte ausgeschenkt werden.

Es wurden Gruppenfotos geschossen. Die Stimmung des Jahrganges 1966 war ausgelassen gut (s. Foto).

Fotos und Videos stammen von Helmuth Heffler, Elisabeth Mezger, Juliane Wolf und Hans Janzer.

Der Höhepunkt der Veranstaltung dürfte wohl auch in diesem Jahr der Auftritt der singAndreser am Samstagabend gewesen sein. Mit Danksagungen an die Chorleiterin Heidi, an das Organisationsteam, an die vielen Helferinnen und Helfer, mit viel Humor, guter Stimmung und viel Applaus endete der musikalische Teil.
Anschließend wurde mit den 60-Jährigen feierlich mit Sekt angestoßen.

Ausschnitt vom Chorauftritt: “Mir trinke e Viertele”. Uf Schwowisch klingt’s eenfach besser.

Am Sonntagmorgen war der Frühstückstisch reichlich nach dem Motto “Was das Herz begehrt” gedeckt. Alle Anwesenden schwärmten von dem gelungenen IV. Sanktandreser Brauchtumsseminar 2026. Das V. Seminar wird im Mai 2028 zur Austragung kommen. Der Eine oder Andere auf dem Wieshof wird bestimmt wiederkommen. Denn: “Der ist nicht fremd, wer teilzunehmen weiß.”
(Johann Wolfgang von Goethe).

Dieses Projekt wurde durch das Kulturwerk der Banater Schwaben Bayern aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert, wofür die HOG Sanktandres sich herzlich bedanken möchte.

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