Andreser Wortschatz

Mundart dokumentiert

Bei einem Zusammentun einer “Fuchsepartie” (eine banatschwäbische Kartenspielrunde), wo man begeistert “fuchse tut” ein Kartenspiel, dass auch heute noch in der neuen Heimat oft gespielt wird, spricht man zum Beispiel den banatschwäbischen Dialekt. Dies ist gang und gäbe. Wie beim “Fuchse”, wo die Spielregeln von Dorf zu Dorf oftmals weit auseinanderklaffen, so verdeutlicht sich dies auch in der banatschwäbischen Mundart; ähnelt sich diese von Ort zu Ort, allerdings gibt es deutliche Unterschiede, wie man sich in den Banater Dörfern einst artikulierte bzw. wie man teilweise auch heute noch spricht. Ein kleines Beispiel: Die Sanktandreser sagten zum Eimer Emer. Die Sackelhausner nannten den Eimer Ämer, andere sahen den Eimer als Amper. Andere wiederum glaubten, der Omer sei der richtige Ausdruck für diesen Wasserbehälter. Jeder Banater Dorfbewohner war irgendwie überzeugt und sicher, den richtigen Ausdruck zu verwenden.
Der Ursprung der Vielfältigkeit des banatschwäbischen Dialektes liegt an der Herkunft der Siedler und an den anderen ethnischen Gruppen, die in den Ortschaften des Banats noch ansässig sind und dort auch noch leben.

Wenn Mundart und Redewendungen von einem Banater Dorf auch noch ausführlich dokumentiert sind, scheint ein Dialekt noch interessanter zu wirken.
Die Sanktandreser können diesbezüglich stolz sein, da gleich vier Arbeiten von Sanktandreser Absolventinnen der Temeswarer West-Fakultät im Diözesanarchiv des Temeswarer Bistums vorliegen und unsere Mundart somit auch nach vielen Jahren wahrscheinlich noch lebendig halten.

Es handelt sich hier um die Arbeiten von:
Frau Katharina Kruckenberger-Fira,
Frau Rosemarie Stemper-Goudkamp,
Frau Elena Christina Costin-Ersegean und
Frau Ingrid Noll-Kirch.

In den Arbeiten dieser vier Absolventinnen stehen mehrere Schwerpunkte unseres Dialektes zur Ansicht. Nach und nach wollen wir Ausschnitte dieser Werke hier präsentieren.

Für eine Teilveröffentlichung dieser Arbeiten hat die Redaktion unserer Website die Zustimmung erhalten, wofür wir uns herzlich bedanken.

Frau Katharina Kruckenberger-Fira hebt in ihrer Arbeit (1972) den Fachwortschatz von vier Sanktandreser Handwerkern in Andreser Mundart beeindruckend hervor.
Hier paar Beispiele:

Fachwortschatz von Hans-Georg Noll, in Sanktandres als Noll-Woner (Noll-Wagner) bekannt. Bei der Befragung von Katharina Kruckenberger war er 91 Jahrealt und der älteste Bewohner im Dorf.
Der Fachwortschatz eines Seilers von Sanktandres
Steinmetz Heinrich Thernes von Sanktandres überlieferte Fachwortausdrücke eines Steinmetzes von Andres.

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