Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben

Herz Bayerns ALTÖTTING


Das St.-Gerhards-Werk e. V. in Stuttgart lud am Wochenende 11./12. Juli 2026 die Donauschwaben zur 65. Gelöbniswallfahrt nach Altötting ein. Das Motto der diesjährigen Veranstaltung hieß: “Eine Frau, auf ihrem Haupt ein Kranz von 12 Sternen”. Auch in diesem Jahr beteiligten sich an dieser Wallfahrt Pilger aus mehreren Donauländern: Ungarn, Rumänien, Serbien, Kroatien, Deutschland und Österreich. Viele Banater Schwaben aus nah und fern reisten an diesem Wochenende in den bayerischen Wallfahrtsort. Hier fand eine große Glaubensmanifestation im Sinne der Versöhnung mit den Menschen unserer südosteuropäischen Heimatländer statt. Von zehn Donauländern waren sieben mit Delegationen anwesend. Auch Pilger Josef Wagner im Alter von 91 Jahren aus Wien, ein Überlebender vom Vernichtungslager aus Gakova (Serbien), war wieder dabei.
Die Stadt Altötting (ca. 13.000 Einwohner) gehört zu den meistbesuchten Wallfahrtsstätten Deutschlands und Europas. Im Innern der Gnadenkapelle (s. Kapellenfoto) werden die Herzen bayerischer Herrscher verwahrt.

Glaubenskundgebung

Am Samstagnachmittag (11.7.2026) versammelten sich die ersten Pilger aus dem Donauraum in der Stiftskirche, um an der Glaubenskundgebung mit dem Stiftskanoniker Johann Palfi (Tschakowa) teilzunehmen. Konzelebranten waren Pfarrer Paul Kollar (Ebendorf), Pfarrer Karl Zirmer (Sanktanna) und Pfarrer Adam Possmayer (Arad).
Die schönen und gut bekannten Marienlieder wie “Kennt ihr das Bild dort am Altar”, “Ave Maria” oder “Segne du, Maria” sangen die “Weidenthaler Chormädels”. An der Orgel saß Gudrun Neumayer. “Vater unser” wurde in drei Sprachen gebetet.
Der stellv. Vorsitzende des St. Gerhardswerks, Josef Lutz, begrüßte die Pilger. Das St. Gerhards-Werk e. V. ist ein Verein, der sich zum Ziel setzt, das religiöse und kulturelle Erbe der Deutschen aus oder in den südosteuropäischen Ländern zu pflegen und weiterzugeben. Der Verein will praktische Friedensarbeit leisten im Dienste der Versöhnung – vor allem mit den Völkern Südosteuropas. 

Josef Lutz heißt die Pilger willkommen.
Der Segen erteilt von Pfr. Palfi.

Äußerst interessant und informativ zeigte sich der Vortrag von Dr. Raluca Nelepcu aus Temeswar.

Sie referierte zu dem Thema “Orden der Armen Schulschwestern von Unser Lieben Frau”. Sie brachte den Zuhörerinnen und Zuhörern in der Kirche das schicksalhafte Leben der Schulschwestern Notre Dame im Banat näher. Sie sprach von beispielhaften Lebenswegen, die die Anwesenden aufhorchen ließen.

Dr. Raluca Nelepcu

Ausschnitt aus “Die Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau: Bildung, Glaube und Mut durch bewegte Zeiten” von Dr. Raluca Nelepcu

Meine sehr verehrten Damen und Herren,
Liebe Wallfahrerinnen und Wallfahrer,
das Motto unserer diesjährigen Wallfahrt lautet: „Eine Frau, auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen.“ Dieses Bild stammt aus der Offenbarung des Johannes. Wir sehen darin Maria, die Mutter Jesu. Sie steht für Glauben, Hoffnung und Vertrauen auf Gott – auch in schwierigen Zeiten. (…)
Wenn wir heute über die Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau sprechen, dann begegnen wir einer Gemeinschaft von Frauen, die sich genau an diesem Vorbild orientiert hat. (…) Sie wollten Kindern helfen, junge Frauen bilden und ihnen den Glauben weitergeben. Ihr Leben war geprägt von Dienst, Hingabe und oft auch von großen Opfern.
Die Geschichte dieses Ordens passt sehr gut zu unserem Wallfahrtsmotto. In meinem heutigen Vortrag möchte ich auf die Geschichte der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau, der sogenannten Notre-Dame-Schwestern, vor allem auf dem heutigen Gebiet des rumänischen Banats eingehen – eine Geschichte von Hingabe, Anpassungsfähigkeit und ganz viel Mut. (…)
Die Anfänge in Bayern. Der Orden der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau wurde im Jahr 1833 hier, in Bayern, gegründet. Genauer entstand die erste Niederlassung in Stadtamhof bei Regensburg. Die Gründerin Karolina Elisabeth Franziska Gerhardinger (1797–1879), die später den Ordensnamen Maria Theresia von Jesu annahm, war selbst Volksschullehrerin. (…) Sie erkannte, dass Bildung der Schlüssel zu einem besseren Leben sein konnte. Deshalb gründete sie eine Ordensgemeinschaft, die sich ganz der Erziehung und Bildung von Mädchen widmete. Ihr Gedanke war einfach und zugleich revolutionär: Jedes Kind ist von Gott geliebt und verdient die Möglichkeit, zu lernen und seine Fähigkeiten zu entfalten.
Die Ankunft im Banat. Im Jahr 1858 kamen die ersten Schulschwestern nach Temeswar. Bischof Alexander Csajághy holte die Schwestern aus München ins Banat mit dem ausdrücklichen Auftrag, dort die erste konfessionelle deutsche Mädchenschule zu errichten. Bereits wenige Jahre später entwickelte sich diese Temeswarer Schule zum Vorbild für zahlreiche weitere Niederlassungen im gesamten Banat.
Damals war das Banat eine besonders vielfältige Region. Dort lebten Deutsche, Ungarn, Rumänen, Serben und viele andere Volksgruppen zusammen. Die Schulschwestern sollten Mädchen unterrichten und ihnen eine gute christliche Bildung ermöglichen. Schon bald entstanden weitere Niederlassungen in zahlreichen Gemeinden des Banats. Die Schwestern gründeten Schulen, Kindergärten und Ausbildungsstätten für Lehrerinnen, auch sogenannte Übungsschulen. Bereits zum 50-jährigen Jubiläum der Niederlassung in Temeswar im Jahr 1908 bestanden Ordenshäuser unter anderem in Temeswar, Detta, Tschakowa, Lippa, Perjamosch, Großsanktnikolaus, Lugosch, Werschetz, Neuarad, Klausenburg, Szeged und Debrezin. (…)
Besonders bemerkenswert war ihre Offenheit. In ihren Schulen lernten Kinder verschiedener Sprachen, Kulturen und Religionen miteinander. Bereits 1923 besuchten auch Schülerinnen jüdischen Glaubens die Notre-Dame-Schule in Temeswar – obwohl dies nach einer ministeriellen Anweisung eigentlich nicht erlaubt war. Die Schwestern setzten damit bewusst ein Zeichen für Offenheit und gegenseitigen Respekt und leisteten einen bedeutenden Beitrag zum friedlichen Zusammenleben in einer multikulturellen Region. (…)
Mut in schwierigen Zeiten. (…) Unter der Führung der Provinzoberin Schwester Maria Alexandra Rabong (1880 – 1951), die aus einer Bauernfamilie aus Orzydorf stammte, widersetzten sich die Schulschwestern den Versuchen, ihre Schulen unter nationalsozialistische Kontrolle zu bringen. (…)
Bereits im September 1944 hatten sowjetische Truppen das Banat erreicht. Die Schwestern verbrachten die Nächte in Kellern. Das als Sanatorium benutzte Marienheim der Schulschwestern in Temeswar wurde geplündert. Aus Angst suchten die Ordensschwestern Schutz bei Nachbarn. Besonders bewegend ist die Hilfe der jüdischen Nachbarin, Frau Fürédy. Obwohl sie sich selbst in großer Gefahr befand, versteckte sie 16 Schulschwestern und einen Priester und rettete ihnen damit vermutlich das Leben.
Die Verfolgung unter dem Kommunismus. (…) Religionsunterricht verschwand aus den Lehrplänen, konfessionelle Schulen wurden verstaatlicht und kirchliche Bildungseinrichtungen ihrer Selbstständigkeit beraubt. Damit endete auch die jahrzehntelange Geschichte der deutschsprachigen katholischen Schulen im Banat.
Treue trotz aller Hindernisse. Wenn ich heute auf diese Geschichte zurückblicke, beeindruckt mich vor allem die Treue dieser Frauen. Sie haben Kriege erlebt. Sie haben politische Diktaturen erlebt. Sie haben Bombenangriffe, Vertreibungen, Enteignungen und Verbote erlebt. Und dennoch haben sie nie vergessen, warum sie ihren Weg gewählt hatten. Ihre Aufgabe bestand nicht in Gebäuden oder Institutionen. Ihre Aufgabe bestand darin, Menschen zu dienen. Genau deshalb konnten sie auch dann weitermachen, als ihnen alles genommen worden war. Diese Haltung erinnert an Maria. (…)
Gerade im Banat wurden ihre Einrichtungen zu Orten, an denen Bildung, Nächstenliebe und gegenseitiger Respekt gelebt wurden – selbst unter den schwierigsten politischen Bedingungen. Möge ihr Beispiel uns auf unserer Wallfahrt begleiten. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Konzelebration in der Basilika St. Anna

Die Vorabendmesse wurde von Pfarrer Karl Zirmer zelebriert.
Der Zelebrant rückte das Bild der Frau, mit der Sonne bekleidet, den Mond zu ihren Füßen und auf ihrem Haupt einen Kranz von 12 Sternen, stammt aus dem Buch der Geheimen Offenbarung des Johannes, in den Mittelpunkt der Abendmesse.
Die Bibelforscher sind sich darin einig, dass man das Bild der Frau mit dem Kranz von 12 Sternen sowohl auf die Kirche als auch auf das Volk Gottes und auf Maria, die Gottesmutter, beziehen kann. Der Priester erläuterte einige Gedanken dazu.
Pfarrer Zirmer kam am Ende seiner Predigt zu der Erkenntnis: “Maria ist Vorbild eines jeden Christen und Urbild der Kirche. Wer bereit ist, wie Maria „Ja“ zu sagen zu Gott und zu seinem Willen, der wird es nicht immer leicht haben, aber er darf die Gewissheit haben, dass er ein sinnvolles, erfülltes Leben finden wird.”

Die Lichterprozession

Nach der Abendmesse dunkelte es schon leicht. Die Pilgerinnen und Pilger zündeten am Tor der Basilika Kerzen an. Mit Gebet und Gesang führte der Weg zur Gnadenkapelle.

Der Lichterstart vor der Basilika
Der Weg zur Gnadenkapelle
Das Kapellenglöckchen als Gesangsbegleitung

Gespräche am Abend

Vertreter der Kirchengemeinschaft, der Landsmannschaften und Delegationen aus den Donauländern hatten am Abend die Gelegenheit, sich gegenseitig zu begegnen und somit interessante Gespräche zu führen. In unserer Mitte hatten wir einen besonderen Gast: Bischof László Böcskei. Er ist in Gataja (Banat) geboren. Der Bischof von Temeswar, Sebastian Kräuter, weihte ihn im Jahr 1990 zum Priester. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 23. Dezember 2008 zum Bischof von Großwardein. Seit 2025 ist er der Vorsitzende der Rumänischen Bischofskonferenz. 

S. E. Bischof L. Böcskei

Prozession der Fahnenabordnungen und Pilger

Pilger, Trachtengruppen, Marienmädchen und Fahnenabordnungen haben sich frühzeitig am Sonntag (12.7.2026) vor der Gnadenkapelle versammelt. Die friedliche Sonne äugte auf die zahlreichen eingefundenen Menschen von weit und breit. Sie zogen im Anschluss zur Basilika “Sankt Anna”. Der feierliche Umzug wurde von der Sanktannaer Blasmusikkapelle, vom Gesang der Pilger und von dem Glockengeläut der Basilika begleitet.

Wort des Laien

“Mitgefühl und Zusammenhalt – Europa unter dem Schutz Marias.”
Die Referentin Dr. Kathi Gajdos-Franke stellt fest, dass Maria die Mutter aller Menschen ist, die leiden oder ihre Heimat verloren haben. Dabei erinnerte sie sich an ihre Großmutter aus Schorokschar. Sie erzählte von ihrer Familie, von den schweren Jahren nach dem Krieg und immer wieder erzählte sie von Maria. Für die geliebte Oma war Maria immer die Mutter der Hoffnung. Frau Gajdos-Franke wagt zu behaupten, dass das Christentum die wesentlichste Kraft ist, die Europa und seine Kultur entscheidend mitgestaltet hat, auch in Ungarn. Sie setzte fort: “Seit der Ansiedlung der Ungarndeutschen war die katholische Kirche Mittelpunkt des Dorflebens, Heimat der Seele und Hüterin unserer Sprache, Traditionen und Gemeinschaft. Der Glaube war ein wesentlicher Teil unserer Identität und bewahrte das schwäbische Selbstbewusstsein über Generationen hinweg. Doch mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges änderte sich das Leben der Ungarndeutschen durch Enteignung, Verschleppung und Vertreibung auf dramatische Weise. Und für die Zurückgebliebenen begann eine Zeit des Schweigens: Ihre Muttersprache, die deutsche Sprache und ihr Schicksal waren Tabu. Nur im gemeinsamen Gebet, in der Heiligen Messe fanden sie Kraft, Trost und Hoffnung. Ein Beispiel dafür ist mein Heimatort Budaörs/Wudersch.”

Frau Gajdos-Franke ist sich sicher: “Wenn ich heute meine Kinder sehe, dann wünsche ich mir nicht, dass sie dieselben schweren Erfahrungen machen müssen wie unsere Großeltern. Als Mutter weiß ich aber: Geschichte wird nicht in Büchern weitergegeben.”

“Unsere Vorfahren wussten, wie schmerzhaft es ist, wenn Mitgefühl fehlt und Menschen einander ausgrenzen”, sagte die Referentin. Sie fuhr fort: “Unsere Gesellschaft ist heute großen Umwälzungen ausgesetzt, wir suchen nach Orientierung, nach den Sternen von Maria. Gerade deshalb ist Mitgefühl so kostbar, so wichtig. Es verbindet Menschen, heilt Wunden. Ebenso wertvoll ist der Zusammenhalt. Unsere Geschichte hat uns gelehrt: Gemeinschaft entsteht nicht von selbst, sondern sie wächst dort, wo Menschen füreinander einstehen, miteinander beten, einander Hoffnung schenken.”

Pontifikalgottesdienst in der Basilika

Die Stuhlreihen in der Basilika sind alle besetzt. Unter den Klängen der Orgelmusik ziehen die Fahnenabordnungen, Vertreter aus mehreren Donauländern, Priester und der Diözesanbischof von Großwardein, S.E. László Böcskei zum Hochaltar. Die Messe wird vom Bischof Böcsei zelebriert. Zur Mitgestaltung des Gottesdienstes trugen der Landshuter Chor unter der Leitung von Reinhard Scherer und die Sanktannaer Blasmusikkapelle bei.

Der Bischof spricht zu den Pilgern
Marienlieder vorgetragen von dem Landshuter Singkreis

Der Bischof in seiner Predigt:

Aus einer Wüste ward ein blühend Eden / Aus Sümpfen hob sich eine neue Welt.
Weiter sagte er: “So las ich unlängst die in Stein gemeißelten Worte des bekannten Banater Schriftstellers Adam Müller Guttenbrunn im Sockel des Denkmals, der Gedenkstätte über den Massengräbern in Rudolfsgnad, im serbischen Teil des Banats. Da habe ich meinen Begleiter gefragt, woran wohl der Schriftsteller gedacht haben mag, als er diese Worte niederschrieb. Mein Begleiter war der emeritierte Bischof von Temeswar, Martin Roos, mit dem ich in den vergangenen Tagen in der Absicht nach Rudolfsgnad gepilgert bin, um mich in der Stille der Gedenkstätte der Botschaft derer zu stellen, die hier, in den um uns herum liegenden Massengräbern oder sonstwo im serbischen Teil des Banats, der Batschka und anderswo im ehemaligen Jugoslawien zu Tausenden und Abertausenden verscharrt, ruhen.
Der Ort und vor allem die berichteten Umstände, die zu dem Gelübde von Rudolfsgnad führten, das uns bis zum heutigen Tag hier in Altötting zur Wallfahrt vereint, bewahrheiten die Worte des Dichters, indem sie uns zeigen, dass selbst in den aussichtslosesten Lagen des Lebens, todgeweihte Menschen, Kinder, Kranke und Alte, wie die drei Jünglinge im Feuerofen im Buche Daniel des Alten Testamentes (vgl. Dan 3, 1-97), sich selbst und ihr Leben in die Hand Gottes legen und so uns die Würde des unbesiegbaren göttlichen Lebens und dessen Kraft im Schicksal von Menschen bezeugen.” (…)
“Auch wenn wieder einmal Krieg und Unfrieden Europa heimsuchen und die menschliche Würde und die daraus sich ergebenden menschlichen Selbstverständlichkeiten mit Füßen getreten werden, entstehen Massengräber – sei es im Osten, sei es im Westen! Daher ist es wichtig, ja lebensnotwendig, dass das Evangelium Christi unsere ganze Lebensexistenz durchdringe.” (…)
Der Bischof richtete sich an die Wallfahrer: “Es sind heuer achtzig Jahre her, dass Pater Wendelin Gruber in den Todeslagern Serbiens mit den Tausenden von Todgeweihten das Gelübde ablegte, auf das unsere Wallfahrt zur Gottesmutter zurückgeht. Von denen, die damals in Gakowa oder in Rudolfsgnad dabei waren, lebt heute wohl kaum noch einer, aber in deren Nachfolge stehen wir selber hier und heute und bekennen uns zu dem Versprechen, das diese alle zusammen mit Pater Gruber damals abgelegt haben.” (…)
Der Bischof findet sodann Worte zum Nachdenken: “Jede Not ruft nach der Mutter! Wer hätte dies nicht unzählige Male am eigenen Leib erfahren. In den Krankheiten der Kindestage, in den späteren Lebenslagen, in Gefahren und Nöten… Unwillkürlich wecken solche Situationen im Menschen die Sehnsucht nach der leiblichen Mutter, die doch immer geholfen hat, die doch immer einen Rat wusste, auf die man sich verlassen konnte, die einen wie ein Stern über offenem Meere stets begleitet. Solange man eine Mutter hat, ist man ,Kind’, hat man einen Ort der Zuflucht, der nie enttäuscht, zu dem man kommen darf zu jeder Zeit, in jeder Not und Gefahr. Heuer richten wir unsere Blicke und Gedanken wieder auf die apokalyptische Frau, ,die mit der Sonne umkleidet ist, den Mond zu ihren Füßen hat und deren Haupt eine Krone von zwölf Sternen trägt’ (vgl. Apk 12,1). Es ist die endgültige Aufschau aus allem Elend und aller Hoffnungslosigkeit zu Maria, der vollendeten Gestalt, die schon mit Leib und Seele zur Herrlichkeit des Himmels erhoben wurde.”
Der Bischof zum Schluss seiner Predigt: “Maria, die Gottesmutter, sei uns dazu Beschützerin und Begleiterin auf unserem Pilgerweg.”

Treffpunkt am Wallfahrtsort

Nach dem andächtigen Gottesdienst wurden unzählige Fotos mit Persönlichkeiten und mit Freunden gemacht. So entstand auch ein Foto mit den Pilgern, deren Wurzeln in Sanktandres liegen.

Sanktandreser Landsleute unter sich

Die Fotos und Videos zum Beitrag: Dr. Raluca Nelepcu, Juliane Wolf und Hans Janzer

Marienandacht in der Basilika

Um 14 Uhr versammelten sich wieder zahlreiche Pilger in der Basilika, und zwar zum Singen von Marienliedern. Im Anschluss fand eine Marienandacht statt. Die Andacht gestaltete die Donauschwäbische Singgruppe aus Landshut (Leitung Reinhard Scherer) mit. Die Ansprache hielt Pfarrer Paul Kollar.

Dank und Anerkennung

Nach gelungenem Fest gilt es, Rückschau zu halten und Dank zu sagen.
Der gesamte Ablauf der Veranstaltung war der Schlussstein eines langen Weges von Planung und Ausführung. Persönlich weiß ich um Mühe und Einsatz der Gläubigen in: Österreich, Ungarn, ehemaligem Jugoslawien, Banat/Rumänien, Deutschland und im Altöttinger Raum, der Helfer und Mitgestalter, zu schätzen. Es war mit Sicherheit der eindrucksvollste Festakt, den wir heuer bisher auf Landes- und Bundesebene hatten. Auch in den Gesprächen mit vielen mir bekannten Landsleuten, Amts- und Würdenträgern, weiß man hier um die Steigerung des Bekanntheitsgrades des St. Gerhards-Werks Stuttgart.
Wir erachten es als unsere Ehrenpflicht, Ihnen, wie auch dem Ehepartner und Euren Kindern, Enkelkindern, Angehörigen wie auch Eltern persönlich für die engagierte Mitarbeit, die so viel zum Gelingen des Gesamtvorhabens beigetragen haben, sehr herzlich zu danken.
Diese Veranstaltung steigert unser Selbstwertgefühl und für uns „Donauschwaben“ ist es eine Bestätigung unseres berechtigten chancengleichen Daseins hier im neuen Europa. Wir Donauschwaben möchten das europäische Haus, gemeinsam bauen und den Frieden in Europa bewahren. Wir haben in Altötting einen ganz großen Schatz in 65 Jahren verwaltet. Den röm.-kath. Glauben, Sitten und Bräuche, Erfahrungen, Geschichte und Zeitabläufe, die in einer ganz bestimmten Zeit und unter ganz bestimmten Bedingungen in einer ganz bestimmten Region entstanden sind.
Es wird unsere Aufgabe sein, auch die mit Ihrem Namen verbundene wirksame Mithilfe bei der Gestaltung des „Gesamtvorhabens, 65. Gelöbniswallfahrt “ zu würdigen.
Zum Schluss möchte ich noch einen persönlichen herzlichen Dank allen Aktiven und Teilnehmern bei der 65. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben in Altötting aussprechen.
In diesem Sinne verbleibe ich mit dem althergebrachten „Vergelt`s Gott“ in bewährter Verbundenheit im Namen des Vorstandes im St. Gerhards-Werk in Stuttgart. In landsmannschaftlicher Verbundenheit und auf ein herzliches Glück auf.    

 Josef Lutz  
 (Stellv. Vorsitzender im St. Gerhards Werk Stuttgart)    

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