Der einst gefeierte Weltfrauentag in Andres

Der 8. März, der Internationale Frauentag oder auch Weltfrauentag genannt, ist der Tag, der jedes Jahr an diesem Frühlingstag begangen wird. Er entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit vor dem I. Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung und für das Wahlrecht für Frauen. Erstmals fand der Frauentag am 19. März 1911 statt. 1913 und 1914 wandelte sich der Internationale Frauentag zum Protesttag gegen Krieg. 1921 wurde sein Datum bei einem Beschluss einer Konferenz in Moskau endgültig auf den 8. März gelegt.
Den 8. März wählten auch die UNO im Internationalen Jahr der Frau 1975 zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden und richteten dazu erstmals am 8. März 1975 eine Feier aus. Mitte 1975 wurde dann in Mexiko-Stadt die erste UN-Weltfrauenkonferenz abgehalten.

Wer erinnert sich nicht an die Ereignisse, die am 8. März im Banat in den 1960er bis in die1980er-Jahren sich zutrugen?

Als Schulkind wussten die emsigen Pioniere, dass der 8. März ein besonderer Tag ist. Gleich nach dem Unterricht rannten die Sanktandreser Schülerinnen und Schüler zum Gärtner und erwarben für paar Lei einen kleinen Topf mit Schneeglöckchen. Sie sind auch heute noch beliebte Zierpflanzen, da sie zu den ersten Blütenpflanzen des Vorfrühlings gehören. Diese zarten Frühlingsboten verbreiten den ersten Hauch von Frühling. Und nicht nur das. Sie dienten damals auch zum Beschenken der Mütter, denn man würdigte dadurch im ganzen Dorf die Verdienste der Mütter. Jedes Kind wusste, der 8. März als Muttertag ist gedacht, Müttern für ihren Einsatz zu danken und die Liebe der Kinder zu ihren Müttern zu preisen.
In der Schule wurde am Weltfrauentag auch viel gebastelt und gemalt für die Mutter daheim.
In den Banater Betrieben erinnerte man sich zu jener Zeit gern an die Verdienste der Frauen. In den Fabriken schenkte man am 8. März den Frauen Blumen.

Der 8. März heutzutage in Deutschland

In der Bundesrepublik Deutschland gewann der 8. März durch die Frauenbewegung Ende der 1960er Jahre an Bedeutung. Den Teilnehmenden an verschiedenen Protestmärschen ging es nicht nur darum, dass Frauen gleichberechtigt in der Gesellschaft mitentscheiden, sondern im Fokus stand auch das Recht der Selbstbestimmung über den eigenen Körper.
Das Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedete am 24. Januar 2019 eine Änderung des Sonn- und Feiertagsgesetzes und erklärte den 8. März zum jährlich arbeitsfreien Feiertag in der Hauptstadt Deutschlands.
Der 8. März dient auch als Protesttag gegen den Krieg.

Im Rahmen des Internationalen Frauentags 2024: “Mit schwerem Gepäck”

Samstag, 9.3.24 im Haus der Donau, Ulm

Hier fanden sich Menschen mit großer Neugier zur Vergangenheit und Gegenwart ein, denn das Haus (Veranstalter: Frauenakademie an der VH Ulm/Neu-Ulm) organisierte zum Weltfrauentag eine Podiumsdiskussion zum Thema Flucht und Vertreibung und vor allem, wie Frauen dieses Martyrium erlebten und es heute noch erleben.

Die Einführung zur Diskussion machte die Kulturreferentin des Donauschwäbischen Zentralmuseums, Frau Dr. Swantje Volkmann. Sie schilderte kurz von der grausamen Flucht, als Hunderttausende im Herbst und Winter 1944/45 aus den deutschen Ostgebieten vor der heranrückenden Roten Armee nach Westen flohen. Gleichzeitig begann auch die gewaltsame Vertreibung der deutschen Minderheiten aus Ost-, Mittel- und Südosteuropa.
Die (weiblichen) Fluchtgründe kamen auch zur Aussprache.

“Zerrissenheit der Familie” – “Halbes Herz dort und halbes Herz hier”

Bei einer meisterhaft geführten Podiumsdiskussion durch Hiltrud Leber, der Vizepräsidentin des Frauenverbandes im Bund der Vertriebenen, hinterließen zwei Frauen, die in Lenauheim/Banat und in Odessa/Ukraine geboren sind, ergreifende und stark emotionale Eindrücke im Vortragsraum des Hauses an der Donau.

Frau Jung, gebürtige Lenauheimerin, und Frau Konovalenko aus Odessa haben sehr viel Wissen über Flucht und Vertreibung mitgebracht und berichteten von grauenerregende erlebten Tatsachen. Manchmal machten Tränen in der einen oder anderen Erzählgeschichte sich bemerkbar.

Frau Jung aus Lenauheim (Banat) erzählte von der Flucht ihrer Eltern und Schwiegereltern nach dem II. Weltkrieg nach Österreich (von Lenauheim bis Wien und von der Deportation in die Baragan-Steppe, dort wo sie auch geboren wurde).
Frau Konovalenko aus der Ukraine schilderte ihren Fluchtweg von Odessa bis Ulm.

Die Diskussionsrunde endete mit einer nachdenklichen Satzreihe: “Zerrissenheit der Familien” und “halbes Herz hier, halbes Herz dort” ist das schreckliche Ergebnis einer grausamen Flucht. Und das Abscheuliche ist: Die Menschen dieser Erde haben bis heute nichts, aber nichts daraus gelernt.


Zum Abschluss der Veranstaltung überreichten die Veranstalter den Vortragenden bunte Blumensträuße

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Zitate “Starke Frauen” die Geschichte schrieben

Ausschnitt einer Ausstellung im Sindelfinger Stern-Zentrum 2022/2023

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