Friedhofpflege

HOG-Einsatz zum Erhalt des Sanktandreser Gottesackers
(DOKUMENTATION)


“Wenn die Sonne des Lebens untergeht, leuchten die Sterne der Erinnerung.”

Bis zum Exodus der deutschen Bevölkerung nach Deutschland (1980-1990) wurde sehr viel in die Lebendigkeit des Gottesackers gesteckt. Viele Blumen schmückten die Gräber. An Allerheiligen glich der Friedhof einem Lichtermeer. Die Bewohner des Dorfes gedachten würdig ihrer Verstorbenen.
Fast alle Banater Schwaben von Sanktandres verließen Anfang der 90-er den Ort. Um den Toten eine ehrenvolle Erinnerung zu bewahren, sorgten dann die Leute dafür, dass die Grabstätten Jahrzehnte standhaft bleiben und betonierten diese zu.
Mittlerweile werden vereinzelt auch neue Gräber angelegt. Andere Nationalitäten oder auch Verstorbene gr.-kath. Glaubens finden hier ihre letzte Ruhe.  
Durch die Auswanderung der Banater Schwaben wurde die Instandhaltung des Gottesackers samt Kapelle, Gerätehaus und Totenwagenhaus mit dem Wagen  immer schwieriger. Die katholische Gemeinschaft, die heutzutage noch etwa 30 Gläubige im Ort zählt, kann diese Aufgabe nicht mehr stemmen.

Bereits im November 2019 in der konstituierenden Sitzung des neuen Vorstands in Ulm wurde diese Tatsache erkannt und man leitete zielstrebig Maßnahmen ein:


Klärung des Friedhofeigentums

Wem gehört der Gottesacker im Nordosten des Dorfes? Diese berechtigte Frage stellte sich der Vorstand der Heimatortsgemeinschaft Sanktandres und beauftragte einen rumänischen Rechtsanwalt, um dieses Anliegen zu klären. Der Anwalt hat vom Temeswarer Grundbuchamt einen Grundbuchauszug (“Extras de Carte Funciara”) angefordert. Das Schriftstück deutet mit dem Hinweis “Comunitatea Romano Catolica Sînandrei” (Katholische Kirche in Sanktandres) auf den Eigentümer des Friedhofes. Die derzeitigen Angelegenheiten der Katholiken in Sanktandres werden durch die Pfarrei in der Mehala bewerkstelligt. Also ist die Mahalaer Pfarrei unter dem Vorsitz des Pfarrers Zoltán Máthé (Pfarradministrator) der Besitzer dieses Ackers. Deshalb nahm der Vorstand mit dieser Pfarrei bzw. mit dem zuständigen Pfarrer konstruktive Gespräche auf.

Der Lageplan wurde von dem Sanktandreser Johann Lutter erstellt und von dessen Frau uns zur Verfügung gestellt. Danke!

Um sich einen genauen Überblick zum Sanktandreser Friedhof zu verschaffen, haben einige Landsleute in den Jahren 2014/2015 eine hervorragende Arbeit geleistet. Sie säuberten alle Grabstätten und dokumentierten im Detail das Friedhofsareal (s. Medien – Bücher/Kalender – Friedhofsbuch, das längst vergriffen ist). Es besteht nun die Möglichkeit, hier den Friedhofsplan und das Verzeichnis-Friedhof herunterzuladen. So findet man die Grabstätten seiner Angehörigen leicht wieder.

Mähen auf dem Friedhofsareal

Die Pflege des Friedhofs wurde Jahr zu Jahr schwieriger. Die Mähvorgänge sind aus der Fuge geraten.

Zugang zu den Gräbern war nicht mehr gegeben

Man suchte fieberhaft nach einem geeigneten Mäher. Am 9.5.2022 wurde diesbezüglich vor Ort ein neuer Vertrag geschlossen und zwei Tage später dem Vorgänger gekündigt.
Es müssen laut Vertrag vom Frühjahr bis Allerheiligen vier bis fünf Mähvorgänge vollzogen werden. Die Auszahlung folgt nach der Verrichtung der Arbeit. Die Arbeiten werden mit Hilfe von Videoaufnahmen vorher und nachher dokumentiert.

Neue Voraussetzungen beim Mähen

Gerätehaus vor dem Verfall abgetragen

Gebäudezustand Mai 2022

Der Vorstand holte von Pfarrer Zoltán Máthé (Pfarrei Mehala) eine Bewilligung zum Abriss des Gebäudes ein. Kurz danach ließen wir das unbenutzte Gebäude niederreißen und die Friedhofsgrenze durch einen Maschendrahtzaun ersetzen.

Schandfleck beseitigt

Nässe im Innenraum der Kapelle gestoppt

Die Nässe im Innenraum der Friedhofskapelle nahm beträchtlich zu.

Beschädigung durch Feuchtigkeit


Deswegen konnten wir auf die Schnelle noch im Herbst 2021 eine neue Dachrinne anbringen und auch neue Fenster einschneiden lassen.

Beschädigte Dachrinne
Neue Dachrinne

Ergebnis: Die Nässe bildete sich zurück


Restaurierung der Friedhofskapelle

Die Friedhofskapelle ist sanierungsbedürftig. Kein Zweifel. Nur schwer konnten wir im Jahr 2023 nun endlich eine rumänische Baufirma für eine Restaurierung beauftragen, um die Kapelle in einen neuen Glanz zu versetzten. Die Voraussetzung unseres Vorhabens war, eine seriöse Firma zu betrauen und die Kosten in einem angemessenen Rahmen zu halten, denn die Spenden der Sanktandreser Landsleute für diesen Zweck müssen sinnvoll verwertet werden. Nun ist es soweit.

Sanierungschronik:

  • Im Herbst 2021 begutachteten Mitglieder des Vorstands (Wilhelm Noll, Barbara Hehn und Johann Stemper) die Kapelle im Detail. Sie wägten Sanierungsmaßnahmen, die in jedem Fall vollzogen werden müssen, und Arbeiten, die nicht unbedingt notwendig sind, ab. Sie unterbreiteten in der Vorstandssitzung vom 11.9.2021 detaillierte Vorstellungen für eine baldige Sanierung. Ein Lastenheft wurde erstellt.
  • Am 12. August 2021 stellte die Sanktandreser HOG einen Antrag an die Mehalaer Pfarrei und an das Temeswarer Bistum für eine Genehmigung unseres entschlossenen Vorhabens (“Cerere pentru lucrări de renovare a capelei cimitirului din Sânandrei”). Die Zusage folgte.
  • Angebote wurden eingeholt. Man führte im Frühjahr 2022 Gespräche mit einer Firma vor Ort. Unbegründet machte das Unternehmen dann einen Rückzieher.
  • Einholung von neuen Angeboten folgte im Juli 2023.
  • Am 4. August 2023 wurde eine Dringlichkeitssitzung einberufen und die Vorstandsmitglieder stimmten einstimmig für die Arbeitserteilung eines rumänischen Unternehmens. Der Beschluss: Die Kapelle und das Totenwagenhaus soll ab Anfang September 2023 mit einer Dauer von etwa sechs Wochen saniert werden.
  • Am 9. August 2023 hat der HOG-Vorstand die Pfarrei in der Mehala, das Temeswarer Bistum und die Gemeindeverwaltung von Sanktandres von den Arbeiten auf dem katholischen Friedhof von Sanktandres per eMail benachrichtigt. Anschließend hat Pfarrer Zoltán Máthé seine volle Zustimmung uns mitgeteilt.
  • Der Vertrag für die Sanierung wurde am 12. August 2023 von beiden Seiten (HOG und Unternehmen aus Rumänien) unterzeichnet.
  • Am 14. August 2023 folgte auf unserer Website einen ausführlichen Bericht von den gestellten Anforderungen an die beauftragte Firma (s. Friedhofskapelle wird saniert)
  • Am 2. September 2023 hat die beauftragte Firma den Vorsitzenden der HOG Johann Janzer über den Beginn der Arbeiten informiert. Das Unternehmen wird Fotos vom Stand der Sanierungsarbeiten zeitgleich zuschicken.   
  • 6. September 2023: Es wird die Fertigstellung der Turmspitz gemeldet (s. Bildmaterial).
Arbeitsbeginn
Arbeiten an der Turmspitz
Fertigstellung der Turmspitz
Kapelle mit sanierter Turmspitz

Am 8. September 2023 bekam der Turm eine neue Farbe. Er ragt in weißer Pracht über die Gräber. Anschließend wurden Reparaturmaßnahmen am Turm und Dach ergriffen. Das Dach glimmert in Rot. Hierzu die Bilder vom 15. September 2023.

Der Turm in Weiß
Die neue Turmfassade
Dach- und Turmarbeiten
Dach und Turm mit neuem Anstrich

Die beauftragte Firma arbeitet mit vollem Elan an unserer Friedhofskapelle. Die folgenden Fotos haben uns am Samstag (16.09.2023) erreicht.

Putz- und Malerarbeiten
Kapellenfront
Nördliche Fassade in Arbeit
Kapellenanblick Norden Stand 16.9.2023

Es wird Sorge getragen, um einer schnellen Verschmutzung entgegenzutreten (s. Maßnahme).

In der vierten Arbeitswoche (28.09.2023) haben uns weitere Fotos erreicht:

Südseite
Nordseite
Westseite
Ostseite

Letzte Arbeiten am 5. Oktober 2023:

Eingangstür und Fußboden neu gestrichen
Anbringung einer Decke im Eingang zum Glockenturm
Zusätzliche Blechabdeckung Sims Giebelseite
Fertigstellung des Sockels





Die Sanktandreser Friedhofskapelle im neuen Antlitz

Am 23.10.2023 erfolgte die Übergabe der restaurierten Friedhofskapelle auf dem Sanktandreser Friedhof. Die Kapelle wurde im Auftrag der Sanktandreser Heimatortsgemeinschaft renoviert.
-Die Kapellenspitz und das Dach erhielten neue Farben.
-Eine zusätzliche Blechumrandung an der Spitz wurde angebracht.
-Der renovierte Sims wurde mit einem Abflussblech abgedeckt.
-Neuer Putz wurde aufgetragen.
-Die Fassaden wurden weiß bemalt.
-Die Ziegelsteine wurden mit einem Schutzlack lackiert.
-Die Abgrenzungen Turm/Dach wurden mit einem Blech abgedeckt und anschließend verdichtet.
-Der Sockel wurde rot gestrichen.
-Gebrochene Fensterscheiben neu eingeschnitten.
-Die Eingangstür wurde grau gestrichen.
-Die Decke am Kapelleingang wurde getäfelt.
-Beschädigter Baum vor der Kapelle wurde gefällt.



Durch die Renovierung des Gebäudes am Friedhofseingang ist der Totenwagen für die Zukunft geschützt.

Die Tätigkeiten am Totenwagenschuppen wurden am 16.11.2023 abgeschlossen.
Folgende Arbeiten wurden ausgeführt:
-Die gebrochenen Dachziegel wurden ersetzt.
-Die fehlenden und schlechten Bretter an der Nordseite ersetzt und ausgewechselt.
-Das komplette Gebäude neu verputzt.
-Die Eingangstür gereinigt und neu gestrichen.

Der Totenwagenschuppen vorher

Das renovierte Gebäude (Stand 16.11.2023)

Die letzte Generation der in Sanktandres Geborenen, die ihre Eltern, Großeltern, Geschwister und Nahverwandte dort noch beerdigt haben, wird sicherlich nicht so schnell die Erinnerung ihrer Toten vergessen. Die Spenden der HOG-Mitglieder für diesen Zweck machen das möglich. Eine sehr großzügige Spende hat uns dieses Jahr für dieses Unternehmen erreicht.
Dafür und für alle Gaben sagt der Vorstand der Heimatortsgemeinschaft: EIN HERZLICHES DANKESCHÖN!
 

2 Gedanken zu „Friedhofpflege“

  1. După toate demersurile întreprinse de HOG Sânandrei privind repararea capelei din cimitirul catolic din Sânandrei, avem și un prim rezultat-repararea exterioară a turlei. Să concluzionăm că firma angajată să renoveze respectă contractul și este serioasă? Aș dori să fie așa. Apreciez interesul și activitatea membrilor comitetului pentru îngrijirea spațiului unde odihnesc pe veci trupurile decedaților din familiile șvabilor emigrați. Le mulțumesc și în mod deosebit d-lui președinte Janzer Johann care ne informează cu regularitate despre tot ceea ce înfăptuiesc.

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  2. Spre mulțumirea tuturor, renovarea capelei continuă cu succes. Firma angajată e de toată lauda. Sperăm ca și calitatea lucrărilor să fie la înălțimea aspectului și termenul execuției să fie respectat.

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