Was ist Heimat?
Ein Gedicht von Gerda Link
Ist Heimat nur ein Ort
hier oder dort,
dessen man sich erinnert dann und wann,
den man überall wieder finden kann?
Ist Heimat ein unsichtbares Band,
das stark und mit zarter Hand
für immer uns bindet an ein Land,
in dem einst unsere Wiege stand?
Ist Heimat etwa eine Macht,
die mit Stärke und sanfter Kraft
uns formt und prägt,
die uns ein Leben lang trägt?
Ist Heimat Menschen, auf die wir bauen
in Liebe und kindlichem Vertrauen?
Doch wenn sie nicht mehr sind,
wo ist dann Heimat hin?
Ist sie dann in unseren Herzen drin?
Oder ist Heimat ein mächtiges Gefühl,
das nie wirklich schweigen will,
das uns sagt, dass wir etwas vermissen,
das wir einst mit Leichtigkeit verließen?
Wir drängen es in den Hintergrund,
denn es läuft ja alles für uns rund.
Doch immer wieder flutet es das Herz,
weckt immer neu einen feinen Schmerz.
Dann schauen wir die alten Fotos an
und erinnern uns daran,
wie schön die Heimat sein kann,
wenn sich dort im Sommer Kornfelder wiegen,
Rosen blühn und Schwalben fliegen,
wenn Wildtauben rufen hoch oben.
Dann wissen wir wieder, was wir verloren.
Und uns wird schmerzlich bewusst,
wie schwer wiegt der Verlust.
Manche sind damals geblieben,
haben sich für die Heimat entschieden.
Schließlich hat man uns nicht wirklich vertrieben.
In der Vergangenheit ist viel passiert;
manche haben für Freiheit ihr Leben riskiert.
Doch es spielte keine Rolle.
Man wollte nur weg, koste es, was es wolle.
Heute kommen wir zurück,
um zu suchen und zu finden ein wenig Heimatglück,
um alten Erinnerungen nachzuspüren,
uns in Gedanken an damals zu verlieren.
Heute kommen wir zurück mit Partner und Kind,
um ihnen die Orte zu zeigen, die uns immer noch wichtig sind.
Warum wir das so machen?
Wohl um neue Erinnerungen zu schaffen
und sie an jene weiterzugeben,
die nach uns werden leben.
Doch wen werden unsere Spuren noch interessieren,
wenn wir uns einst im Nichts verlieren …?
Unserer Sanktandreserin Gerdi Link, geborene Seif, gebührt ein herzliches Dankeschön für das wunderbare Gedicht, das sie anlässlich des diesjährigen Heimattages in Ulm uns Banater Schwaben von Heide und Hecke zur Verfügung gestellt hat.
HERZLICH WILLKOMMEN ZUM HEIMATTAG!
Wir haben wieder Gelegenheit, ein großes Treffen in der Donauhalle und der Messehalle zu veranstalten, gewohnte und neue Programmpunkte in das Ulmer Heimattreffen aller Heimatortsgemeinschaften aufzunehmen (s. das Programm).
Wir haben viel vor und deshalb freuen wir uns riesig auf das Fest an Pfingsten.













Bundesvorstand der Landsmannschaft der Banater Schwaben

Liebe Landsleute,
seit 1955, also seit mehr als 70 Jahren, organisiert unsere Landsmannschaft den Heimattag der Banater Schwaben. Der erste Heimattag fand in Rastatt statt. Es folgten Donauwörth, Schwäbisch Gmünd, Homburg Saar, seit 1974 regelmäßig Ulm, bis auf 1988 als die Ulmmesse saniert worden war, dann das Corona-Jahr 2020 mit dem digitalen Heimattag und danach wieder Ulm. Nach der politischen Wende in Rumänien organisiert das Demokratische Forum der Deutschen im Banat jedes zweite Jahr, eine Woche nach Pfingsten, einen Heimattag in Temeswar, an dem wir uns als organisierter Verband beteiligen.
Unser Heimattag ist die zentrale Veranstaltung der Banater Schwaben, an der zumindest für einige Stunden die Gemeinschaft aller Banater Schwaben wieder erlebbar wird. Aus mehr als 100 Heimatortsgemeinschaften des Banats werden sie kommen, aus zwei- oder gar dreimal so vielen Orten in Deutschland, aus Österreich, aus Rumänien, aus Frankreich und aus Brasilien. Zusammen führt sie die gemeinsame Herkunft, der Wunsch sich zu begegnen, sich auszutauschen und für diese Gemeinschaft zu wirken. Nichts anderes ist mit dem Motto dieses Heimattages gemeint: Wir wissen um unsere Herkunft, unsere Geschichte, unseren besonderen Lebensweg und unsere Prägungen, sie sollen auch in Zukunft in wahrnehmbar bleiben. Die Jugendorganisation unserer Landsmannschaft, die DBJT, macht es uns vor. Fast alle Mitglieder sind bereits in Deutschland geboren, sind schulisch und beruflich erfolgreich und sie haben noch Zeit und Raum für unser Brauchtum und unsere Gemeinschaft bereit. Gleiches gilt für die Jugendlichen, die nicht aus den Reihen der Banater Schwaben stammen, aber durch ihr Mitwirken diese Zukunft prägen. Alle haben sich für den Heimattag vorbereitet, die Trachten sind gerichtet, die Musikkapellen proben, die Fahnenabordnungen haben sich angemeldet, die Pfarrer und Ministranten, die Referenten und Ausstellungskuratoren, die Schriftstellerinnen und Laienkünstler, die Vertreter der befreundeten Verbände, sie kommen zu uns und sie freuen sich darauf.
Festredner bei der Kundgebung zum Heimattag am Pfingstsonntag ist der Bayerische Staatsminister für Europäische Angelegenheiten und Internationales, Eric Beißwenger MdL. Er ist seit 2013 Mitglied des Bayerischen Landtags, gelernter Bankkaufmann und Bio-Bauer im Allgäu. Als Staatsminister seit dem 8. November 2023 koordiniert er die Europapolitik und pflegt die Außenbeziehungen Bayerns. Deshalb hat er neben München auch einen Amtssitz in Brüssel. Staatsminister Beißwenger war bereits im Banat und in Siebenbürgen, die West-Universität Temeswar hat ihn 2024 mit der Gold-Medaille geehrt. Das Wirken unserer Landsmannschaft ist dem Minister nicht fremd: Die grenzüberschreitende Arbeit vieler Heimatortsgemeinschaften, die sich im Banat engagieren, von Hilfs- und Kirchenvereinen, das Miteinander der Jugendorganisationen von hier und dort, das Engagement von Hilfswerk, Gerhardswerk und Gerhardsforum und Kulturwerk sind wichtige und prägende Bausteine für Gemeinschaft und Gesellschaft. Es findet seine Anerkennung in der Anwesenheit von Minister Beißwenger bei unserem Heimattag.
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Wir bewegen uns im Vorfeld des Heimattages wieder zwischen erhabenen Überlegungen und Vorstellungen über Sinn und Zweck unserer Gemeinschaft und dann ganz profanen oder auch elementaren Bedürfnissen, dem Vorrat und Geschmack von Langosch und „mici“. Es war nie anders und das eine schließt das andere ja nicht aus. Es ist eben das Besondere dieses Heimattages. Freuen wir uns darauf. Wir freuen uns auf Euch!
Mit freundlichen Grüßen
Peter-Dietmar Leber
Bundesvorsitzender
Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V.




Sehr schön Gerda !
LG
Franz
Impresionante rândurile scrise de d-na Gerda.