Dienstag, 20. Oktober – Die argentinische Seite: ganz nah an den tosenden Wassermassen

Heute stand die Besichtigung der argentinischen Seite der Iguaçu-Wasserfälle auf dem Programm. Um 9 Uhr wurden wir von Hans abgeholt, einem deutschstämmigen Reiseleiter aus der Hunsrücker Gegend.

Bevor es losging, wurden erst einmal unsere Reisepässe eingesammelt. Hans hatte eine geradezu unglaubliche Menge an argentinischen Pesos dabei. Bei diesen Summen fühlten wir uns beinahe wie Millionäre! Allein der Eintritt für unsere Gruppe belief sich auf 900.000 Pesos. Bei einem Wechselkurs von etwa 1 Euro zu 1.730 Pesos war das allerdings schnell erklärt. Gut gelaunt und mit einer ordentlichen Portion Vorfreude fuhren wir Richtung Argentinien. Die Stimmung im Bus war bestens – und natürlich durfte auch ein musikalischer Gruß nicht fehlen: Gemeinsam wurde „Buenos días, Argentina“ gesungen.

Am Eingang des Nationalparks angekommen, warteten bereits einige „Messis“ auf uns – zumindest sorgten sie mit ihren Trikots und ihrem Auftreten für entsprechende Assoziationen! Anschließend machten wir uns auf den Weg durch den tropischen Regenwald. Rund vier Kilometer wanderten wir durch die üppige Vegetation, bis wir schließlich die Wasserfälle erreichten.

Und diesmal kamen wir ihnen wirklich ganz nahe! Über schmale Stege ging es mitten hinein in das gewaltige Naturschauspiel. Die Stege führten direkt über die Wassermassen hinweg, sodass wir die enorme Kraft des Wassers unmittelbar erleben konnten. In der Woche zuvor hatte es sehr viel geregnet, und entsprechend gewaltig waren die Wassermengen. Da kam bei dem einen oder anderen schon einmal der Gedanke auf: Hoffentlich hat der argentinische TÜV diese Stege gründlich geprüft!

Es war beeindruckend und zugleich ein wenig Ehrfurcht gebietend, so nah an den tosenden Wassermassen und am Abgrund zu stehen und zuzusehen, wie das Wasser mit unvorstellbarer Wucht in die Tiefe stürzte.

Jeder Wasserfall hatte seinen eigenen Namen. Da lag es für uns natürlich nahe, kurzerhand den berühmten San-Martín-Wasserfall in „San Andrés“ umzubenennen – eine kleine Hommage an unsere Heimat und unsere Gruppe!

Auch auf der argentinischen Seite konnten wir uns an diesem Naturschauspiel einfach nicht sattsehen. Während man von der brasilianischen Seite einen großartigen Gesamtblick auf die Wasserfälle hat, erlebt man sie in Argentinien hautnah und mittendrin. Welche Seite nun die schönere ist? Darüber waren wir uns nicht wirklich einig. Beide haben ihren ganz eigenen Reiz – und eigentlich sollte man unbedingt beide besuchen.

Am Abend hieß es dann Abschied nehmen von Foz do Iguaçu. Zum letzten gemeinsamen Abendessen besuchten wir noch einmal eine Churrascaria, diesmal allerdings mit einem ganz besonderen Zusatzprogramm. Neben einem hervorragenden Essen erwartete uns eine farbenfrohe Show mit Tänzen aus verschiedenen Ländern Lateinamerikas. Musik, Kostüme und temperamentvolle Darbietungen sorgten für einen stimmungsvollen Abschluss unserer Zeit an den Wasserfällen.

So endeten zwei erlebnisreiche Tage an einem der beeindruckendsten Naturwunder unserer Erde. Wir hatten die Wasserfälle aus der Luft, aus der Ferne und schließlich hautnah erlebt. Ein Naturschauspiel, das uns mit seiner gewaltigen Kraft und Schönheit sicher für immer in Erinnerung bleiben wird!