Am Montag ließen wir es etwas gemütlicher angehen. Erst um 10 Uhr wurden wir am Hotel Windsor Plaza von Philippe und Florian abgeholt, unseren beiden deutschsprachigen Reiseleitern. Da unsere 15-köpfige Reisegruppe auf zwei Vans verteilt wurde, konnten wir Rio in kleineren Gruppen erkunden und unterwegs viel Wissenswertes über die Stadt erfahren.
Unsere Stadtrundfahrt führte uns zu bekannten Sehenswürdigkeiten, versteckten Aussichtspunkten und charmanten Ecken, die Rio seinen ganz besonderen Charakter verleihen.
Traumblicke auf die Copacabana und die Guanabara-Bucht
Unser erster Halt war der Morro do Leme, genauer gesagt der kleine Anglersteg am Ende des Stadtteils Leme. Von hier bot sich uns ein herrlicher Blick auf die berühmte Copacabana mit ihrem langen Sandstrand, den Hochhäusern und den dahinter aufragenden grünen Bergen. Ein wunderbarer Ort, um die Kamera zu zücken und Rio noch einmal aus einer anderen Perspektive festzuhalten.
Weiter ging es zur Mureta da Urca, einer niedrigen Mauer an der Guanabara-Bucht. Dieser beliebte Treffpunkt ist bekannt für seine entspannte Atmosphäre und den schönen Blick aufs Wasser. Hier lässt sich das Leben in Rio ganz ungezwungen beobachten – fernab vom großen Trubel der bekanntesten Sehenswürdigkeiten.
Barocke Pracht und ein Blick in die Zukunft
Ein besonderer Kontrast erwartete uns bei der Igreja de São Bento, einem prachtvollen Kloster mit einer der beeindruckendsten Barockkirchen Rios. Das reich verzierte Innere mit seinen goldenen Ornamenten und kunstvollen Schnitzereien ist überwältigend. Wer eine solche Kirche betritt, versteht schnell, warum sie zu den bedeutenden historischen Bauwerken der Stadt zählt.
Von hier oben hatten wir außerdem einen guten Blick auf das futuristische Museu do Amanhã, das Museum von morgen. Das von dem spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfene Gebäude liegt direkt am Hafen und fällt mit seiner außergewöhnlichen, fast schwebend wirkenden Architektur sofort ins Auge. Alt und Neu, Geschichte und Zukunft – Rio vereint diese Gegensätze auf faszinierende Weise.
Kaffeehaus in einem Palast
Danach stand ein Besuch der Confeitaria Colombo im historischen Zentrum auf dem Programm. Das prachtvolle Kaffeehaus, das bereits 1894 eröffnet wurde, versetzt seine Besucher mit hohen Spiegeln, kunstvollen Holzarbeiten und eleganter Ausstattung in eine andere Zeit.
Hier hätte man sich beinahe in einem alten Film wähnen können. Zwischen glänzenden Spiegeln und edlem Interieur ließ es sich wunderbar verweilen. Ein Kaffeehausbesuch, der nicht nur für Kaffeeliebhaber ein Erlebnis ist!
Ein buntes Treppen-Kunstwerk
Ein weiteres Highlight war die berühmte Escadaria Selarón. Die farbenfrohe Treppe verbindet die Stadtteile Lapa und Santa Teresa und ist mit unzähligen bunten Fliesen aus aller Welt geschmückt. Der chilenische Künstler Jorge Selarón gestaltete dieses außergewöhnliche Kunstwerk über viele Jahre hinweg.
Überall gab es neue Muster, Farben und kleine Details zu entdecken. Natürlich wurden auch hier zahlreiche Fotos gemacht – die bunte Treppe bot schließlich eine perfekte Kulisse für unsere Reisegruppe.
Santa Teresa – das charmante Künstlerviertel
Anschließend ging es hinauf nach Santa Teresa, einem der schönsten und charaktervollsten Viertel Rios. Mit seinen historischen Häusern, kleinen Plätzen und verwinkelten Straßen hat es sich einen ganz eigenen Charme bewahrt.
Im Parque das Ruínas besuchten wir die Überreste eines einst prachtvollen Hauses, das heute als Kulturzentrum genutzt wird. Von der Dachterrasse eröffnet sich ein herrlicher Panoramablick über die Guanabara-Bucht und das Zentrum Rios. Hier wurde noch einmal deutlich, wie weitläufig diese Stadt ist und wie eindrucksvoll sie zwischen Bergen, Wasser und dicht bebauten Stadtvierteln liegt.
Auch die berühmte historische Straßenbahn, die Bondinho de Santa Teresa, war ein Thema. Sie ist eines der Wahrzeichen des Viertels. Allerdings können die Wartezeiten an der Talstation sehr lang sein – bis zu zwei Stunden, besonders an Feiertagen. Für eine Fahrt hat uns an diesem Tag die Zeit gefehlt.
Danach huhren wir zum Aussichtspunkt Mirante Dona Marta, ein weniger überlaufener Platz mit einem fantastischen Blick auf Rio und die Christusstatue.
So lernten wir an diesem Montag wieder eine ganz andere Seite Rios kennen: historische Bauwerke, prachtvolle Architektur, kreative Kunstwerke, gemütliche Plätze und spektakuläre Ausblicke. Eine abwechslungsreiche Stadtrundfahrt, die uns zeigte, wie vielfältig diese faszinierende 9 Millionen Einwohner zählende Metropole ist.























