Jahrgang 1961

Zwischen dem 21.-22. September 1996 war kein Traumwetter, aber man konnte zufrieden sein. Es regnete nicht, es war nicht kalt und die Sonne ließ sich auch immer wieder blicken. Es war eigentlich optimal, um vor der Hütte „Mici“ zu grillen. Um ca. 13:30 Uhr, als die ersten Gäste vom Parkplatz den geschwungenen, von Tannenbäumen gesäumten Weg hochliefen, machten wir lange Hälse, um zu erkennen, wer da kommt. Die Neugierde war greifbar. Nach der Begrüßung blieben die meisten vor der Hütte im Südschwarzwald in einem Kreis stehen. Jedesmal, wenn ein Auto auf dem Parkplatz hielt, drehten sich die Köpfe Richtung Parkplatz und es wurde geraten, wer wohl als Nächster ankommen würde. Recht bald kam eine Stimmung auf, die uns sehr an frühere Zeiten erinnerte. Von dem großen Grill, auf dem mehrere Kilogramm „Mici“ brutzelten, stiegen gewaltige Rauchschwaden empor. In der Luft lag ein Geruch, wie man ihn schon als Kind am 1. Mai bzw. 23. August kennengelernt hatte, wenn man mit dem Vater nach dem Defilieren zum „Piata 700“ ging. Eine Schnapsflasche machte auch schon die Runde. Die ersten von höflicher Zurückhaltung geprägten Begrüßungsworte wurden recht schnell von lautem Gequassel verdrängt. Es bildeten sich Grüppchen in denen um die Wette geredet wurde. Nur manche Eingeheirateten standen noch ruhig und abwesend bei den Gruppen. Lautes Gelächter war mal da, mal dort zu hören. Einmal wurde es jedoch merklich ruhiger, als Frau und Herr Feil die Begrüßungsrunde machten. Aber auch ihnen war anzumerken, dass es nicht eine alltägliche Situation war, denn sie hatten einige ihrer Schüler schon länger als 20 Jahre nicht gesehen, so dass durchaus die Möglichkeit bestand, den einen oder anderen nicht mehr zu erkennen. Für mich persönlich war das der bewegendste Moment des Treffens.

Nachdem die ehemalige Klassenlehrerin alle begrüßt hatte, ging‘s zum Essen. Nachher folgte der „offizielle Teil“ der Veranstaltung, die Klassenstunde. Frau Feil begann in ihrer gewohnt souveränen Art, aber den Spaß nicht vergessend, die einzelnen Ehemaligen in alphabetischer Reihenfolge aufzurufen, damit jeder erzählen konnte, was sich in den letzten Jahren verändert hatte. Nahezu alle hatten geheiratet und die meisten haben auch ein oder mehrere Kinder. Man hatte sich umschulen lassen, sich weitergebildet oder studiert. Auch Wohnungen wurden gekauft oder Häuser gebaut. Während der Freizeit war der eine im Schießverein, die andere sang, andere wiederum waren eher sportlich aktiv. Zum Abschluss erzählte auch Frau Feil über sich, Herrn Feil und ihre Kinder. Die Zeit verging wie im Flug, so dass es erst um 18 Uhr Kaffee und Kuchen gab. Das Schöne daran war die Erkenntnis, dass sich die Wesenszüge der Andreser zumindestens diesbezüglich nicht sehr stark verändert hatten.

Zur Erinnerung an das Jahrgangstreffen wurden noch bevor es dunkel wurde ein paar Gruppenbilder gemacht. Die anwesenden Damen: Pitzer Gabriele (geb. Granofsky), Lambing Helmine (geb. Tilger), Thernes Marlene (geb. Schmitz), Klingler Annchen (geb. Körmendy), Lutz Lieselotte (geb. Arenz), Frombach Renate (geb. Roth), Mayer Heidi (geb. Arenz), Lang Monika (geb. Till), Feil Theresia, Noll Ilse (geb. Kräuter), Rebholz Edelgard (geb. Stemper) und Tonis Josefa (geb. Godinca). Die Herren: Klein Helmuth, Goschy Willi, Theis Eugen (geb. Paun), Roth Erwin, Girbea Peter, Lang Walter, Moos Willi, Stemper Hans, Moos Hans und Kahles Freddy.

Man hörte immer öfters die Fragen: „Wescht noch damols…?“ oder „Kannscht dich noch erinnre…?“ Die Leute unterhielten sich sehr entspannt. Die Atmosphäre wurde immer lockerer und angenehmer. Es wurde auch gesungen, begleitet von dem Akkordeonspiel Peter Girbeas. Und vor allem wurde gelacht, gelacht und nochmals gelacht. Einige sagten sich wohl: „Wenn’s am schönsten ist, dann höre auf, denn die Reihen wurden gegen 3 Uhr merklich dünner. Das hielt aber andere nicht davon ab, bis halb sechs weiter zu feiern.

Der nächste Tag brach allerdings schon nach drei Stunden Schlaf an. Manche waren noch nicht ganz fit, was wahrscheinlich an der Höhenluft des Schwarzwaldes lag. Nichtdestotrotz halfen die meisten nach dem Frühstück bei der Endreinigung. Vor der Verabschiedung machte Lang Monika noch einen hervorragenden Vorschlag. Sie empfahl, nicht wider 10 Jahre bis zum nächsten Treffen zu warten, sondern schon nach fünf Jahren, wenn die meisten ihren 40. Geburtstag feiern werden, ein nächstes Treffen zu organisieren. So konnte man sich mit einem lachenden Auge verabschieden. Weinend, da das Wochenende so blitzschnell vergangen war, lachend, da man bis zum nächsten Treffen nicht wieder so lange warten muss, wie das letzte Mal.

Willi Goschy

Weitere Fotos von Jahrgangstreffen der 61er: