Treffpunkt im Haus der Donauschwaben


Die Herbstsonne schmunzelt zum Fuß des Sindelfinger Goldbergs herunter. Und an dieser Stelle steht das schmucke Haus der Donauschwaben. Mehr als 50 Jahren kommen hier Menschen aus der Stadt Sindelfingen, aus dem Land Baden-Württemberg, aus den Herkunftsländern der Donauschwaben in Südosteuropa und aus aller Welt zusammen. Hier werden Begegnungen und Austausche ermöglicht und Generationen und Kulturen verbinden sich über Grenzen hinweg.

Am 6. Oktober 2026 lud der Verein „Frohes Alter Sindelfingen e. V. – Treffpunkt Gisela“ zu einer Begegnung bzw. zu einer Eröffnungsveranstaltung im Haus der Donauschwaben ein. Weit über 100 Personen haben sich im Haus eingefunden.


Die Wurzeln des Vereins reichen bis ins Jahr 1968 zurück, als eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen wurde. Seit dem Jahr 2013 ist der Verein selbstständig mit dem Ziel, Begegnung, Austausch und Aktivität im Alter zu fördern. Die Gemeinschaft hat bis heute ihre Offenheit und Lebendigkeit bewahrt. Es werden immer wieder neue Ideen mit eingebracht, für eine Gemeinschaft, die viel bewegt.
Das Angebot des Vereins ist groß und vielfältig. Es sind gemütliche Nachmittage, dazu ein abwechslungsreiches Programm, mit Herz organisiert. Acht Treffpunkte stehen den Senioren zur Verfügung. Einer davon ist der offene ,,Treffpunkt Gisela“, welcher seit September dieses Jahres im Haus der Donauschwaben stattfindet.

Das Festprogramm

Nach einem Angebot von genussvollem Kaffee und einem reichlich gedeckten Tisch mit geschmackvollen Kuchen stand der ,,Chor des Frohen Alters“ unter der Leitung von Wolfgang Schwarzmeier auf der Bühne.
Anschließend begrüßte Brigitte Helbich, Leiterin des Treffpunkts Gisela, die Gäste.
Nun trat der Sindelfinger Oberbürgermeister Markus Kleemann ans Rednerpult. Er beteuerte, wie wichtig ihm das Anliegen des Umzugs vom Haus Gisela in das sanierte Haus der Donauschwaben ist. Das Haus an der Goldmühlestraße gibt den Senioren zur Gestaltung ihrer Aktivitäten nun viel Spielraum. Der OB überreichte im Anschluss einen Obstkorb an die Leiterin der Seniorengruppe.

Chor ,,Frohes Alter“

OB Markus Kleemann

Es wurde wieder musikalisch weitergemacht. Es spielte die Siebenbürger Blaskapelle Böblingen auf. Blasmusik pur – mit Leidenschaft. Der Leiter der Kapelle betonte jedoch gleich am Anfang, dass auch zwei Banater Schwaben in seiner Formation mitspielen.

Überreichung des Obstkorbes

Blasmusik vom Feinsten

Wolfgang Trefz, Vorsitzender des Vereins ,,Frohes Alter Sindelfingen“ bedankte sich für die Gastfreundschaft. Die ersten Schritte einer Begegnung der Senioren in der neuen Unterkunft sind vollbracht. Er hofft, dass einige Hindernisse am Anfang der Umstrukturierung bald ausgeräumt sind.

,,Wer rastet, der rostet“ – Bewegung stärkt Muskeln, fördert Koordination und bringt Herz und Kreislauf in Schwung. Deshalb hatten zwei dargebotene Vorträge zum Mitmachen es in sich: Aikido im Sitzen & Tanzen im Sitzen.

Es folgte eine beeindruckende Ansprache von Raimund Haser, Mitglied des Landtages und Staatssekretär. Er hieß die Gäste des Hauses herzlich willkommen.


Als Vorsitzender des Vereines ,,Haus der Donauschwaben e. V.“ wünsche er der Gemeinschaft der Sindelfinger Senioren viel Lebensfreude im Haus der Donauschwaben.

Die lange Erfahrung des „Frohen Alters“ und die Geschichte des Hauses der Donauschwaben zeigen deutlich: Gemeinschaft braucht Orte, an denen Menschen zusammenkommen können, und genau dies ist der Auftrag unseres Hauses, meinte der Redner. Er erzählte viel von den Donauschwaben, denn seine Wurzeln liegen auch in einem südöstlichen Land Europas an der Donau – in der Batschka nämlich. Voller Genugtuung fügte er hinzu: ,,Seit über 50 Jahren bringen wir Menschen zusammen: aus der Stadt Sindelfingen, aus dem Land Baden-Württemberg, aus den Herkunftsländern der Donauschwaben in Südosteuropa und aus aller Welt. Wir ermöglichen Begegnung und Austausch und verbinden Generationen und Kulturen über Grenzen hinweg.“

Der Vorsitzende des Vereins Raimund Haser schwärmte von der donauschwäbischen Kulinarik und meinte: ,,…eine gut ausgestattete Küche ist unerlässlich. Es freut mich deshalb sehr, Ihnen heute bekannt zu geben: Wir weihen in diesem Kontext auch unsere neue Küche ein. Im Namen des Hauses der Donauschwaben danke ich der Franz-und-Gertrud-Schenzinger-Stiftung ganz herzlich für die großzügige Spende zur Einrichtung dieser Küche. Die Küche ist bei uns weit mehr als ein Funktionsraum. Gemeinsame Mahlzeiten gehören zu den ältesten und wirkungsvollsten Formen der Begegnung. Wer zusammen isst, kommt miteinander ins Gespräch, tauscht sich aus und lernt sich kennen. Zugleich ist die donauschwäbische Esskultur ein lebendiges Stück unseres kulturellen Erbes. Mit der neuen Küche können wir dieses Erbe pflegen, im Alltag erfahrbar machen und an die nächsten Generationen weitergeben. Besonders freut mich, dass durch diese Küche nun auch ein breiteres Publikum versorgt wird, bei Veranstaltungen ebenso wie beim Seniorentreffpunkt. So kommt die breite Gesellschaft mit der Esskultur der Donauschwaben in Berührung. Als neuer Begegnungsort für Treffpunkt Gisela ist unser Haus zugänglich und barrierefrei: Hier ist jede und jeder willkommen.“
Der Vorsitzende des Hauses dankte Herrn Trefz, Frau Helbich und Frau Rüter sowie seinem Team, Frau Dr. Violeta Bakia, Leiterin des Hauses, und Frau Bettina Schröck, Assistentin des Hauses, und Herrn Cibic, dem Hausmeister, für die Vorbereitungen dieser schönen gemeinsamen Veranstaltung.
Zum Schluss lud er alle Anwesenden ein, sich ein Bild vom gesamten Haus zu machen: ,,Besuchen Sie unsere Dauerausstellung. Dort können Sie mit unseren vier donauschwäbischen Landsmannschaften, dem Team des Frohen Alters, dem AKDFF und dem Team des Hauses der Donauschwaben ins Gespräch kommen und mehr über unsere Arbeit erfahren.„

Ausstellungsmesse im Haus der Donauschwaben

Auf ein gegenseitiges Kennenlernen freuten sich anschließend die Mitglieder des Hauses der Donauschwaben mit Dr. Violeta Bakia und Bettina Schröck und vier donauschwäbischen Landsmannschaften, die auch den Messestand betreuten.
Dietmar Weber vertrat die Landsmannschaft der Donauschwaben;
Johann Janzer vertrat die Landsmannschaft der Banater Schwaben;
Joschi Ament vertrat die Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn.
Geplant war, dass Frau Rosi Tom die Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben vertreten soll. Leider musste sie aus gesundheitlichen Gründen absagen.
Almut Cobet, Leiterin Amt für Soziale Dienste und Heike Rüter, Sachbearbeitung Frohes Alter im Amt für Soziale Dienste, haben Verhandlungen und Gespräche zwischen HdD und Seniorenverein unterstützt.


Die Mitglieder des Teams Haus der Donauschwaben Sindelfingen: Dr. Violeta Bakia (li.), Bettina Schröck (re.)


Von li. nach re.: Dietmar Weber, in der Mitte: Juliane Wolf, Johann Janzer, Heidrun Till (Landsmannschaft der Banater Schwaben und HOG Sanktandres), Joschi Ament.


Die Landsmannschaft der Banater Schwaben präsentierte Publikationen wie die Banater Post, zahlreiche Bücher zur banatschwäbischen Geschichte, Begleitbroschüren zu den Ausstellungen ,,Deportation in die Bărăgan-Steppe Rumäniens 1951-1956″ und ,,110 Jahre Luftfahrtgeschichte im Banat“, Kalender, Tipps zur Banater Küche, Informationen vom Banat, die Jugend in der Landsmannschaft (DBJT), Kulturtätigkeiten von einst und jetzt, Landkarten usw. Natürlich was auch dieses Mal nicht fehlen durfte: ,,Schwowische Banater Kipfle“.
Fotograf Giuseppe Santagati, der all die hier veröffentlichten Fotos uns angeboten hat, warf auch einen scharfen Blick auf die banaterschwäbischen Köstlichkeiten – eben auf unsere ,,Kipfle“.

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