25. Banater Chortreffen


„Singendes, klingendes Banat“
Eine Hommage an die blühende musikalische Kultur der Banater Schwaben, erwiesen von Banater Chören und Singgruppen.
Am 27. September 2026 wurde das 25. Banater Chortreffen in Spaichingen ausgetragen. Frankenthal, Karlsruhe, Bühl, Homburg an der Saar, Gersthofen (16x) und Pforzheim (2x) waren bisher die Austragungsorte.
An dem diesjährigen Treffen nahmen folgende Chöre/Singgruppe teil: Chor „singAndres“, Chor Banater Schwaben Augsburg, Chor der Banater Schwaben Karlsruhe, Darowaer Kirchenchor-Spaichingen und die Singgruppe „Die lustigen Schwaben“ aus Leimen.
In diesem Jahr erinnerte man sich auch eingehend an die Deportation in die Bărăgansteppe.

Ausstellung „Finef Johr vun meim Lewe“
Anlässlich des 75. Jahrestages der Deportation in den Bărăgan im Juni 1951, tief ins kollektive Gedächtnis der Banater Schwaben eingebrannt, wurde die Ausstellung im Foyer der Spaichinger Stadthalle präsentiert.
Auf zwölf Roll-ups erinnert die Ausstellung in Wort und Bild mit kurzen Erläuterungen sowie Zitaten aus Erlebnisberichten und Briefen von Betroffenen.


Die Ausstellung wurde von Dr. Swantje Volkmann, Kulturreferentin für den Donauraum am Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm, und Walter Tonţa, Betreuer des Kultur- und Dokumentationszentrums der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Ulm, erarbeitet.

Begrüßung der Teilnehmer und Gäste
Christine Neu, stellvertretende Bundesvorsitzende der Landsmannschaft der Banater Schwaben, hieß die Teilnehmer und Gäste herzlich willkommen.

Das Grußwort sprach Markus Hugger, Bürgermeister der Stadt Spaichingen.

Auch Heinz Franzen, Vorsitzender des Kreisverbandes Tuttlingen-Rottweil-Schwarzwald-Baar der Landsmannschaft der Banater Schwaben, begrüßte das Publikum in der Stadthalle.
Durch das Programm führten die Jugendlichen der Tanzgruppe „Banater Schwabenkinder“ Rastatt: Kerstin Klein, Miriam Österreicher, Holger Giel und Dr. Christian Sponagel.

1951 – 2026, 75 Jahre seit der Deportation
Die Anwesenden gedachten sodann aller Opfer der Verschleppung, aller, die in dieser Zeit verstorben sind. Es wurde eine Schweigeminute eingelegt. Ergreifend zeigte sich im Anschluss ein Gesang der ehemaligen Bărăgan-Deportierten Elisabeth Frahler und Aniko Oster, die das Baragan-Lied“ auch auf ihrem Akkordeon begleitete.

Chor „singAndres“
Leitung: Heidrun Till
Unter dem Motto „Freude am gemeinsamen Singen – Gemeinschaft erleben“ präsentierte sich der Sanktandreser Chor mit den Liedern: „Öffnet den Kreis“, „Die Rose“, „Duba dap da“, „Abendstille“ und „uff schwowisch“: „Mir trinke a Viertele“. Ein Gedicht „Was ist Heimat?“ von der Andreserin Gerda Link * Seif Gerdi trug Hans Janzer vor. Weitere Gedichte wie „Mondnacht“ von Joseph von Eichendorff und „Männerwunsch“ von dem Sanktandreser Matthias Weber interpretierten Siegfried Roth und Siegfried Till.

Die singAndreser / Foto: Cornel Gruber-Simionescu

Chor Banater Schwaben Augsburg
Leitung: Aniko
„Tradition und Brauchtum sind nicht nur unsere Wurzeln, sondern stehen auch für Gemeinschaft und Zusammenhalt“ hat der Chor folgende Lieder serviert: „Wir wünschen euch heut‘ einen schönen Tag“, „Heimatglocke hör‘ ich tönen“, „Mir sin doher kumm“, „Ich muss mein Schnäpslein haben“ und „Aus den Bergen fließt das Wasser“. Extra zu dem diesjährigen Chortreffen verfasste Edith Achim ein Gedicht: „Zum Bundestreffen der Banater Chöre 2026“.

Der Augsburger Chor

Chor der Banater Schwaben Karlsruhe
Leitung: Sonja Salmann
Der Chor hat zum ersten Mal Lieder aus weltbekannten Musicals vorgetragen. Das Musical ist ein Genre, das Gesang, Tanz und Schauspiel miteinander verbindet, um Geschichten zu erzählen und Emotionen zu vermitteln. Deshalb die Devise: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“.
Die Mitglieder des jungen Moderatorenteams begleiteten im Walzerschritt die Melodie „Wäre das nicht wunderschön?“

Der Karlsruher Chor

Darowaer Kirchenchor-Spaichingen
Leitung: Erich Meixner
Der Chor trug bei seinem Auftritt ausschließlich Lieder aus dem 1997 erschienen Chorbuch vor.
Das erste Lied „Martinuslied“ komponierte der Darowaer Martin Metz. Dann hörten wir: „O Nachtigall, ich hör dein Singen“ (Satz: Erich Georg Gagesch *1952, der auch im Saal weilte), „Mein Liebchen hat zwei Augen“, „Wenn mei Diandel am Abend zum Wasser geht“ und „Die wahre Lieb“.

Der Darowaer Chor

Singgruppe „Die lustigen Schwaben“ aus Leimen
Leitung: Anneliese Lang
Motto: „Wu die Schwowe sin, gehts luschtich zu.“
Das Repertoire: „Grüß Gott, ihr Freunde all!“, „Ich kenn‘ ein schmuckes Schwabendorf“, „Wenn die Schwowe luschtich sin“, „Einmal wieder glücklich sein“, „Polka-Potpourri“ und „Abschiedslied“. Katharina Hell hat das Gedicht „Doppelte Heimat“ vorgetragen. Des Weiteren standen sehr heimatverbundene Gedichte auf dem Programm, die Elfriede Wehner, Susanna Bako und Magdalena Lubini darboten.

Die Singgruppe „Lustige Schwaben“

Danksagung und Ehrungen

Peter Ditmar-Leber, Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben, bedankte sich für das Engagement der Chöre und für die Fortsetzung unseres Brauchtums.
Er überreichte eine Ehrenurkunde an den Augsburger Chor, der dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert.

Aniko Oster nahm die Urkunde entgegen

Erich Georg Gagesch, Kirchenmusiker, Autor und Komponist, geboren in Bernhardthal/Österreich, viele Jahre Vorsitzender im Kreisverband Singen der Landsmannschaft der Banater Schwaben, verlieh der Bundesvorstand die „Adam-Müller-Guttenbrunn-Medaille“ für seine Verdienste.

Der Bundesvorsitzende überreicht Urkunde und Medaille an Erich G. Gagesch

Zum Abschluss der gelungenen Veranstaltung sangen alle Anwesenden das deutsche Volkslied „Wahre Freundschaft“. Das Lied stammt aus Schlesien. Ob in der heutigen Zeit oder vor 250 Jahren, Freundschaften bleiben für den Menschen als soziales Wesen unverzichtbar. So bleibt diese tiefsinnige Melodie ein zeitloses Werk. Im 19. Jahrhundert wurde dieses Volkslied im gesamten deutschsprachigen Raum bekannt und beliebt.
Auch andere Volkslieder wurden nach der Veranstaltung angestimmt und das Singen machte bei vielen Chormitgliedern und Musikliebhabern richtig Spaß.

Danke
Die Landsmannschaft der Banater Schwaben e.V. dankt allen mitwirkenden Chören, den Chorleitern, allen Sängerinnen und Sängern, die die Tradition des Banater Chorgesangs pflegen und dadurch Sorge tragen, dass das kulturelle Erbe unserer Gemeinschaft lebendig bleibt. Herzlichen Dank den Solisten, sowie den Jugendlichen der Tanzgruppe „Banater Schwabenkinder“ aus Rastatt für die Moderation. Ein herzliches Dankeschön geht an den Vorstand des Kreisverbandes Tuttlingen-Rottweil-Schwarzwald-Baar der Landsmannschaft der Banater Schwaben und dessen Helferinnen und Helfern für die Mithilfe bei der Organisation dieses Chortreffens und die sehr gute Bewirtung. Auch der Stadt Spaichingen vielen Dank. Unser besonderer Dank gilt der Kulturreferentin für Südosteuropa am Donauschwäbischen Zentralmuseum Ulm, Dr. Swantje Volkmann, für ihre wertvolle Förderung und Unterstützung des Chortreffens.

Musik bindet die Gemeinschaft

Der Sanktandreser Chor probt einmal im Jahr. Vor einem Auftritt wird am Vortag eine Extra-Probephase eingerichtet. Deshalb entschlossen sich die Chorliebhaber, einen Tag vor dem Auftritt in Spaichingen nochmals zu proben. Die Darowaer, die in dieser Kleinstadt gut vertreten sind, boten uns zum Proben ihren gepflegten Proberaum in der Schulgasse an. Eine tolle Geste! Irgendwie sind wir doch „Schwowe“ geblieben.
Den Abend wollten wir zwei Singgruppen geinsamen verbringen um uns gegenseitig näher kennenzulernen. Für Speis und Trank hatten wir gemeinsam gesorgt. Der Leiter des Darowaer Chores, Erich Meixner, und die Leiterin des Sanktandeser Chores, Heidrun Till, stellten jeweils ihre Chöre vor. Der Sanktandreser HOG-Vorsitzende deutete auf das 10-jährige Bestehen des Chors im nächsten Jahr hin. Es wurde über Musik und Chorgesang gefachsimpelt, sich über das jeweilige Repertoire ausgetauscht und einige Lieder gemeinsam gesungen. So ist wahrhaftig eine singende banatschwäbische Freundschaft entstanden. Die Begeisterung, zukünftig diese Gemeinschaft auszubauen, ist groß.

Die HOG Sanktandres mit ihren Chormitgliedern möchte sich auf diesem Wege noch einmal bei den Darowaer Landsleuten ganz herzlich bedanken.
Gemeinschaftsgefühl ist, „mit den Augen eines anderen zu sehen, mit den Ohren eines anderen zu hören, mit dem Herzen eines anderen zu fühlen.“

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