Grüße aus dem Banat


Das breitangelegte Fest, die Heimattage der Banater Deutschen (Kerntage), gingen am Sonntag zu Ende. Drei Tage war die Kulturhauptstadt Europas 2023 Schauplatz vieler Banater aus dem In- und Ausland. In den Straßen Temeswars wurde fast nur die deutsche Sprache gesprochen. Die “Schwowe” kamen aus der ganzen Welt: Deutschland, Österreich, Kanada, Brasilien usw. Sie suchten ihre Wurzeln, von denen sie sich vor Jahrzehnten entrissen haben.
Viele Landsleute halten sich zurzeit noch in Temeswar auf und sind bemüht auch weiterhin ein Zeichen zur Gestaltung eines Vereinten Europas zu setzen.
Viele kulturelle Programmpunkte begeisterten die Besucher der Stadt. Das Demokratische Banater Forum der Deutschen aus dem Banat investierte sehr viel Kraft zum Ablauf der Festtage. Gratulation an die Verantwortlichen!

Freitag, 2. Juni 2023

Viel Blasmusik war auf dem Domplatz zu hören. Das hatte seinen Grund: Die Ausstellungen “Die Ulmer Schachtel“ und „Die Alltagsgeschichte der Deutschen im Banat im 20. Jahrhundert in Fotos aus Familiensammlungen“ begeistern auch nach den ersten Tagen die zahlreichen Besucher vor dem Hohen Dom in Temeswar.

Wort und Bild von Helmut Heimann (Journalist, gebürtiger Goßjetschaer) über die Heimattage der Banater Deutschen, erschienen in der “Südwestpresse Ulm” sowie in der “Neu-Ulmer Zeitung”.

Ausstellung auf dem Domplatz


Ab dem späten Nachmittag traten im Rahmen eines Kulturprogramms Tanzgruppen und Blaskapellen aus dem Banat, Deutschland, Ungarn und Österreich im Banater Dorfmuseum auf.

Stadtbummel

Samstag, 3. Juni 2023

Um 11 Uhr stand ein Festakt auf dem Programm. Zuerst erklangen die Hymnen Deutschlands, Rumäniens, Europas und der Banater Schwaben. Dr. Johann Fernbach (Vorsitzender des DFBD im Banat) begrüßte die Anwesenden im vollbesetzte Opernhaus Temeswars. Im Haus war der Temeswarer Bürgermeister Dominik Fritz; der Abgeordnete im rumänischen Parlament, Ovidiu Gant; die Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar Regina Lochner, der Innenminister Baden-Württembergs, Thomas Strobel; der Oberbürgermeister der Stadt Ulm, Gunter Czisch; Ignaz Fischer, ein ehemaliger Russlanddeportierter und Ehrenbürger der Stadt Temeswar; Prof. Dr. Otto, Direktor des HDO München, Remo Neusatz, Vertreter des Verbandes der Banater Schwaben aus Österreich, natürlich Peter-Dietmar-Leber, Vorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben in Deutschland u. v. a. Die Grußworte der Gäste waren beeindruckend. Blasmusik und Klassik umrahmten den Ablauf der Veranstaltung. Seitens des Forums wurde die Ehrennadel in Gold an S.E. Dr. h.c. Martin Roos, emeritierter Bischof von Temeswar verliehen. Den Stefan-Jäger-Preis erhielt Oana Eremie. In hervorragender Manier führte Astrid Weisz (Radio Temeswar) durch das Programm.
Am Nachmittag fand in der römisch-kath. Kirche von Lugosch ein Festgottesdienst mit Domkapitular Laszlo Wohnert in Memoriam Prof. Heinrich Lay statt. Im Anschluss sang der Exultate-Domchor unter der Leitung von Robert Bajkai-Fabian, Ildiko Babenco, Sopran, Wilfried Michl, Bariton und an der Orgel spielte Dr. Franz Metz.
Die menschlichen Seiten des im 2022 verstorbenen Sanktandresers Heinrich Lay sowie sein Wirken für die Sanktandreser Gemeinschaft hob der Vorsitzende der HOG Sanktandres, Johann Janzer, in einer kurzen Rede während des Gottesdienstes hervor.
Am Abend war im Dorfmuseum (Jagdwald) ein großer Schwabenball angesagt. Die Möglichkeit war gegeben, dass die “Schwoweleit widdr g’scheit zepple” konnten.

Am Rednerpult: Johann Janzer
Schwabenball im Banater Museum (Temeswarer Jagdwald)


Während der Heimattage begrüßte unser Andreser Landsmann Franz Wissenz die Besucher der Kulturhauptstadt mit seinem Leierkasten.

Sonntag, 4. Juni 2023

Von allen Richtungen Temeswars bewegten sich die Trachtengruppen zusammen mit vielen Stadtbesuchern aus dem In- und Ausland zum Hohen Dom Heiliger Georg. Hier fand ein Pontifikalamt, zelebriert von S.E. Josef Csaba Pál, Bischof von Temeswar, statt. Musik: Missa brevis (K. Wusching), Dr. Franz Metz (Orgel), Chor Exultate, der Domkirche, Musikkapelle Banater Schwaben Augsburg.
Nach der Messe zog der Festzug in die Innenstadt. Hier zeichnete sich ein wahres Fest der Banater Deutschen ab.


Ein Chorkonzert mit dem Chor der “Siebenbürgischen Kantorei” in der Synagoge unter der Leitung von Andrea Kulin und eine Theateraufführung “Leonce und Lena” von Georg Büchner im DSTT rundeten das Kulturprogramm des Tages ab.

In der Stadtmitte, vor der Kathedrale ist das Denkmal Kreuzigung beherbergt. Hier legte man einen Kranz nieder bevor die Trachtenpaare Musik- und Tanzdarbietungen auf dem Opernplatz darboten.

Stadtmitte

Foto: Zoltán Pázmány, ADZ

Ein Fest, das für viele Banater Schwaben lange in Erinnerung bleiben wird.

Das Kulturprogramm war am Nachmittag sehr vielfältig. Im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus präsentierten Autoren ihre Werke. Der Literaturkreis “Stafette” betitelte seine Lesung “Wortwelten.”

“Stafette”


Zwischendurch servierte Elias Projahn aus Deutschland klassische Stücke von deutschen Komponisten am Klavier. Der junge talentierte Musiker trat über Sanktandreser Landsleute an unsere Heimatortsgemeinschaft heran. Mit Hilfe des Deutschen Forums ermöglichte bzw. erfüllte unsere HOG dem jungen Mann den Wunsch an den Heimattagen bzw. im Kulturhauptstadtjahr 2023 zu spielen. So trat er im AMG-Haus auf und zeigte voll und ganz sein Können.

Drei Jahrhunderte Heimat, Glaube und Kultur im Banat.
Heimattage der Banater Deutschen, die 16. Auflage.
Ein großes Lob dem Banater Deutschen Forum in Temeswar!
In zwei Jahren dürften wohl wieder die Heimattage in Temeswar uns Banater Schwaben erfreuen.

3 Gedanken zu „Grüße aus dem Banat“

  1. Ein großartiges Ereignis.
    Von der Planung bis zur Umsetzung war es einfach eine Meisterleistung und eine große Herausforderung Einen besonderen Dank und Lob an alle die daran teilgenommen haben und dafür sorgen, dass an unsere Geschichte, der Banater Schwaben erinnert wird.

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  2. Schön, dass die Siebenbürgische Kantorei erwähnt wurde. Ich gratuliere den Planern und Organisatoren zu dem erfolgreichen Fest. Gratulation allen Teilnehmern und Besuchern ohne die die Heimattage unvorstellbar wären.

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