Wir Andreser feierten ein gelungenes Fest

Heimattreffen 2022

Der 1. Oktober 2022 dürfte bei vielen Andreser Landsleuten noch lange in Erinnerung bleiben. Das Heimattreffen hatte es in sich.
Die schöne Stadt Ellwangen (s. Foto) war zum ersten Mal Gastgeber für uns Sanktandreser, die diese vom Vorstand ausgewählte Begegnungsstätte freudestrahlend und mit voller Begeisterung entgegennahmen.

Als am Freitag (30.9.2022) bei herbstlich-sonnigem Wetter die ersten Andreser den Eingang der Stadthalle betraten, war bei vielen – vor allem bei den Vorstands- und Chormitgliedern – eine gewisse Anspannung festzustellen. Die letzten Tage hatten es nämlich in sich. Einige Absagen erreichten uns mittlerweile wegen akuter Corona-Infizierung; andere wieder wollten unbedingt dem Risiko einer Ansteckung entgehen. Schade. Es ist nicht mehr so, wie es mal war…

Die PKWs der ersten Anreisenden waren mit den notwendigen Utensilien für unser großes Fest vollgepackt.
Mit Unterstützung von Helferinnen und Helfern war der Saal jedoch rasch dekoriert. Der Rosmarinstrauß und die dazugehörigen Traditionssymbole, wie die mit Rosmarin geschmückten Quitten, sowie die mit einer Schleife bunt angebrachten Rosmarinzweige zeigten sich in gewohntem Glanz.
Das wunderschöne handgefertigte Wappen von Sonja Hoffmann, einer Frau mit Andreser Wurzeln, stand strahlend auf der ausstaffierten Bühne. Das Schild veranschaulicht voll und ganz unsere Sanktandreser Identität.
Die Jahrgänge 1972 und 1955 ergatterten durch zahlreiche Anmeldungen je einen Jahrgangstisch, der entsprechend gekennzeichnet wurde. Karin Daniel, geborene Jäger, konnte viele ihrer ehemaligen Kameradinnen und Kameraden nach langer Zeit wieder zu einem Wiedersehen ermuntern.
Die beiden Sanktandreser Banner, die der Vorstand letztes Jahr anfertigen ließ, um auf unsere Geschichte, Kultur und auf unsere Existenz hinzuweisen, standen unübersehbar im großräumigen Foyer.
Eine Chorprobe stand noch an. Danach wurde wieder ausgiebig gevespert (Mezeluri aus Nürnberg, Vinete-Salot und weitere Banater Köstlichkeiten), um anschließend doch recht frühzeitig und erschöpft zur Bettruhe zu kommen.

Am Samstag in der Früh wurde der letzte Schliff vollzogen.
Punkt 12 Uhr, als die ersten Gäste die Stadthalle betraten und der Vorstand sie willkommen hieß, standen an der Eingangstür auf dem Tisch die Gläser gefüllt mit Sekt und Orangensaft zum Anstoßen.

Das junge Eintrittspersonal Christian Hehn und Michael Noll, die mit dem „Wem gehrsch Du-Himmet“ auf sich aufmerksam machten, boten einen Sanktandreser Wandkalender 2023 mit Kerweihbildern und die neue „Andreser Lischt“ mit dem aktuellen Adressenverzeichnis aller Sanktandreser an.

Unser junges Team: Christian Hehn links, Michael Noll rechts und in der Mitte Thomas Till

Sanktandreser Kalender 2023

Adressenverzeichnis der Sanktandreser

Der Caterer Ilg von Rainau war auch ganz pünktlich zur Stelle und versorgte die Ankömmlinge und die Chormitglieder mit einer kräftigen, gut schmeckenden Gulaschsuppe.
Wir stellten im Foyer eine große Leinwand auf und zeigten Filme am laufenden Band von Sanktandres von einst und heute sowie von Vereinsaktivitäten, getätigt in den letzten Jahren. Den Videoproduzenten Karl Maiterth und Franz Wurmlinger ist es anscheinend hiermit gelungen, weitere Interessenten in den Bann unserer Gemeinschaft zu ziehen.

Um halb zwei Uhr setzte sich der Trachtenzug mit den bis dahin Anwesenden und mit heimatlicher Marschmusik in Richtung Basilika St. Vitus in Bewegung. Pfarrer Michael Windisch empfing am Kirchentor die Trachtenpaare und begleitete sie unter majestätischen Orgelklängen in das schöne Gotteshaus.


Der Gottesdienst, unterstützt vom Chor der Sanktandreser und bestärkt durch Monika Wieszt auf der Orgel, ließ keinen Zweifel am festlichen Ablauf der Messe aufkommen. Pfarrer Windisch trug durch seine Predigt wesentlich zum Gelingen dieses Festes bei. Nach Abschluss der Messe ließ sich der Pfarrer vor dem Kirchenaltar mit den Trachtenpaaren fotografieren. Besonders stolz zeigten sich auf dem Bild das jüngste Trachtenpaar: Jana und Julian.

Irgendwie scheint nicht nur der erste Mensch ein Andreser gewesen zu sein (s. das Gedicht Der erste Mensch wor e Andreser), sondern  auch unser „liewe Herrgott im Himmel“, denn pünktlich zum Stelldichein auf dem Ellwanger Marktplatz vor der Basilika, hat er den Wasserhahn am Himmelstor zugedreht. Der bis dahin ausgiebige Regen war plötzlich Vergangenheit.
Die Blasmusikkapelle stimmte das Lied „Nach meiner Heimat zieht`s mich wieder“ an und die Anwesenden schunkelten im Reigen. Danach folgte ein Tanz für die Trachtenpaare.

Anschließend marschierten die Trachtenpaare sowie die Sanktandreser Landsleute mit einem geschmückten Rosmarinstrauß, getragen von einem Andreser echten Franke (Manfred Ullrich) zurück zur Stadthalle.
Nachdem alle Beteiligten sich wieder in der Halle befanden, setzte sich im Saal ein Trachtenaufmarsch in Bewegung.

Dann spielte die Blaskapelle für die Trachtenpaare einige Melodien, die sich wiederum mit „schwowische“ Tanzrhythmen dafür bedankten.

HOG-Vorsitzender Hans Janzer begrüßte die Gäste. Herr Christoph Remmele, der als Vertreter der Stadt Ellwangen fungierte, richtete anschließend ein Grußwort an die Anwesenden.

Traditionsgemäß wie an den Andreser Hochzeiten führten Sanktandreser Bäckerinnen ihre Backkunst vor. Der Aufmarsch mit diesen einmaligen Leckereien ließ einen gewissen Appetit auf diese altbekannten Leckereien aufkommen, sind uns doch zum Beispiel die Eierlikörtorte, der Baumstamm oder die Doboschtorte noch gut in Erinnerung.

Kaffee und Kuchen regten den Gesprächsstoff der Anwesenden wesentlich an. Die Teilnehmer der Jahrgänge 1955 und 1972 dürften es wohl am schönsten genossen haben.

Jahrgang 1955 mit Partner/innen
Jahrgang 1972 mit Partner/innen

Helmine Bleiziffer, geborene Ludwig, Hans Stemper und Roland Ludwig nannten bei der anschließenden Totenehrung die Namen aller Sanktandreser, die in den letzten drei Jahren ihre ewige Ruhe fanden. Mögen alle in Frieden ruhen! Die Sanktandreser Friedhofs- und Kirchenglocken sowie Trauermusik begleiteten den Gedenkmoment.


Der Vorstand der Sanktandreser Heimatortsgemeinschaft hat in den letzten Jahren für seine Mitglieder viel unternommen, hat aber auch noch viel vor. Der Vorsitzende Hans Janzer zählte in seinem HOG-Tätigkeitsbericht einige vollbrachten Aktivitäten der letzten drei Jahre auf und listete gleichzeitig auch vorausschauende Ziele unseres Vereines auf. Auch die vom Vorstand entworfene Satzung wurde einstimmig verabschiedet.

Im Anschluss ehrte Siegfried Till die Beteiligten der Laufchallenge „Laufende Andreser 2022“ von diesem Jahr mit je einer Medaille und animierte sogleich Sportbegeisterte und Bewegungsliebhaber für die nächste Lauf- bzw. Gehbereitschaft, die sicherlich unserer Gesundheit und unserem Wohlbefinden dienen würde.

Herzlichen Glückwunsch an Jan-Dirk Reichel- alias Janosch- als Sieger unserer diesjährigen Laufchallenge, die wir heuer zum ersten Mal ins Leben gerufen hatten!

Die singAndreser standen in den Startlöchern. Der Chor der ehemaligen Sanktandreser dürfte wohl der Höhepunkt des Abends gewesen sein. Das neu aufgestellte Repertoire des Chores begeisterte die Anwesenden. Durch diesen Veranstaltungsakt führte Thomas Till. Der junge Moderator, der in andreserischem Dialekt ansagte, fand die richtigen Worte zu jedem anzukündigenden Programmpunkt. Helmine Bleiziffer und Hans Stemper jun. trugen Gedichte vor.

Auftritt der singAndreser mit dem Zottelmarsch

Bevor die Mitglieder des Chores sich singend mit dem „Zottelmarsch“ verabschiedeten und auch einer Aufforderung zur Zugabe seitens des Publikums nachkamen, überreichte der Vorsitzende der HOG der Chorleiterin Heidi Till einen Blumenstrauß und einen schokoladenen, süßen Notenschlüssel. Auch Moni Wieszt, die für uns Sanktandreser die Orgel am Nachmittag in der Basilika spielte, erhielt Blumen und einen zuckersüßen Schokoriegel mit der Inschrift „Dankeschön“. Wir freuten uns Moni und ihren Mann Herbert (beide Baden-Württemberger Schwaben) in unserem Chor willkommen zu heißen und machten sie an unserem Treffen zu „echte Andreser Schwoweleit“.   

Heidrun Till, Chorleiterin der singAndreser

Festlich würdigte der Vorstand die Herren Johann Stemper sen. mit dem Ehrenbrief der Landsmannschaft der Banater Schwaben und Dipl. Ing. Wilhelm Noll mit der Verdienstmedaille in Gold für außerordentliche Verdienste im Dienste der Banater Landsmannschaft. Der Vorschlag unserer HOG fand im Gremium des Bundesvorstandes der Landsmannschaft Gehör. In einer Laudatio zeichnete der HOG-Vorsitzende Hans Janzer die Verdienste der zu Ehrenden auf. Es wurden sodann die Auszeichnungen überreicht.

Johann Stemper erhielt den Ehrenbrief der Landsmannschaft der Banater Schwaben.
Er hat in seinem Heimatdorf Sanktandres im Bereich Brauchtum und Tradition sehr viel geleistet.
In der Bundesrepublik wirkte er in der Sanktandreser HOG jahrelang aktiv mit.
Mit seinen Gedichten und Erzählungen machte er sich in der Presse Rumäniens (Neuer Weg und Neue Banater Zeitung) aber auch in Deutschland einen Namen.

Wilhelm Noll
Als Beisitzer in unserem HOG-Vorstand hat er bis zu seinem Ausscheiden im Mai 2021, aber auch danach noch hervorragend mitgewirkt. Zur Überreichung der Urkunde und der Verdienstmedaille in Gold ließ der Bundesvorstand der LM verlautbaren: “Da Herr Noll auch etliche Jahre als Kreisvorsitzender des Kreisverbandes Schwabach in Dienste der Landsmannschaft der Banater Schwaben tätig war, hat der Bundesvorstand beschlossen, ihn mit der Verdienstmedaille in Gold auszuzeichnen.”

Blasmusik vom Feinsten entzückte den ganzen Nachmittag die zahlreichen Besucher unseres diesjährigen Heimattreffens.

Trotz dieses abwechslungsreichen Nachmittags knurrte plötzlich der Magen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Die Metzgerei Ilg war wieder pünktlich vor Ort und beköstigte die hungrigen Gäste. Der Metzger und sein Team hatten für jede Geschmacksrichtung etwas Passendes parat.
Anschließend spielte die Algeno-Band zum Tanz auf. Auch da kamen die Sanktandreser und deren Gäste voll und ganz in den Genuss von auszuführenden verschiedenen Tanzrhythmen.

Bis 1 Uhr feierten die Menschen und dem einen oder anderen Gast fiel es schwer, nachher adieu zu sagen.

Mehr als 200 Besucher unseres Festes bezeichneten das Treffen als eine gelungene Veranstaltung. Die Resonanz ist vielversprechend. Das Experiment des Vorstandes, an einem anderen Ort als Freiburg oder Schwabach zu feiern, ist gelungen. Es war ein sehr schönes Fest.  Erfreulich ist es, dass viele Gäste, die schon seit Jahren nicht mehr zum Heimattreffen fanden, wieder plötzlich in unserer Mitte weilten. Begrüßenswert ist, dass auch eine jüngere Generation sich im Saal zeigte. Auch Kinder genossen sichtlich das Ambiente eines Banater Schwabentreffens.

Auf Wiedersehen liebe Landsleute!
Auf Wiedersehen Ellwangen!    

Einige Teilnehmer fanden am Sonntag nochmals den Weg zur Basilika und nahmen an einer Stadtführung teil, obwohl starker Regen einsetzte.
Frau Ursula Ladenburger vom Ellwanger Touristenamt brachte uns die Geschichte der katholischen Basilika und der evangelischen Kirche näher. Eine Besonderheit ist die sog. ökumenische Tür, welche die evangelische Stadtkirche direkt mit der katholischen Basilika verbindet. Nach fast 200 Jahren wurde sie im Jahr 1999 wieder geöffnet. Es lohnt sich durch diese Türe zu gehen, denn die ehemalige Jesuitenkirche ist ein Meisterwerk der Illusionsmalerei.
Anschließend schlenderten wir durch die Innenstadt und bewunderten den Fuchseck. Nach der Umwandlung der Marien- und der Spitalstraße in eine Fußgängerzone wurde an zentraler Stelle ein Brunnen des Ellwanger Bildhauers Rudolf Kurz aufgestellt. In der Ortsmitte steht auch der ehemalige Postgasthof “Schwarzer Adler”. Dort übernachteten auch Mozart und Goethe. Der ehemalige Postgasthof “Schwarzer Adler” wurde 1550 erstmals urkundlich erwähnt.
An einem hergerichteten Stadtbrunnen (s. Brunnen Knödler), wo früher die Ellwanger sich immer wieder beim Wasserholen trafen, erinnern wir Andreser uns doch ganz spontan an unseren artesischen Brunnen beim Lay-Schmied in der Ortsmitte; er war auch eine Begegnungsstätte. Für die ehemaligen Sanktandreser ist Ellwangen somit allemal unsere Symbolstadt geworden. 

Danke an alle Sanktandreserinnen und Sanktandreser, die den Weg nach Ellwangen zu unserem Fest gefunden haben.
Ein herzliches Dankeschön an alle Helferinnen und Helfer, die dafür sorgten, dass die Feier reibungslos vonstatten ging.

Den Trachtenpaaren vielen Dank.
Herzlichen Dank Pfarrer Windisch für den festlichen Gottesdienst sowie ein Vergelt`s Gott der Pfarrei St. Vitus.
Ein Dankeschön richten wir an Monika Wieszt für die Orgelbegleitung.

Herrn Christoph Remmele (Stadt Ellwangen) gebührt Dank für sein Grußwort an unsere Sanktandreser Landsleute.
Danke auch an die Blaskappelle mit Beteiligung der Andreser Werner Hehn, Sepp Zippel, Edmund Maurer und Hans Stemper, sowie an die Band AlGeNo.
Vielen Dank der Stadt- und Hallenverwaltung sowie dem Tourismusamt von Ellwangen für die stetige Unterstützung.
Der Metzgerei Ilg sei gedankt für die Bewirtung.

Danke für die Foto- und Videoaufnahmen vom Fest von Franz Wurmlinger, Helene Bejenaru, Jürgen Mezger, Hans Stemper und Werner Hehn.


Dieses Projekt wird durch das Kulturwerk Banater Schwaben e.V. aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.



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