Ostermarkt im Haus der Heimat Stuttgart

21. März 2026, Frühlingsanfang, Ostermarkt

Endlich wieder grün! Endlich wieder Frühling! Lass uns die grüne Jahreszeit willkommen heißen und uns der Natur erfreuen. Liebste Frühlingsgrüße!


Mit diesem Vorsatz reiste ich mit der S-Bahn 1 nach Stuttgart zum 17. Ostdeutschen Ostermarkt in das Haus der Heimat.

Schon in der Stuttgarter Bahnhofstation Feuersee überrollte mich eine vorösterliche Werbung mit sorbischer Eierkunst, einer traditionellen Handwerkkunst aus der Lausitz, bei der Ostereier mit filigranen Mustern, Symbolen und speziellen Techniken verziert werden.

    Doch ich ahnte bereits, dass im Haus der Heimat mich kulinarische Köstlichkeiten, Ausstellungen handwerklicher Kunst, Literatur, Trachten und -zubehör sowie musikalische Raritäten erwarten werden. Eine gewisse Spannung wühlte in mir.


    Das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg lud an diesem herrlichen Frühlingstag auch in seine Bibliothek und in eine aktuelle Ausstellung, die zurzeit im Haus präsentiert wird.
    U. a. stellten aus: Deutsche Jugend in Europa (DJO), Bund der Vertriebenen (BdV), Sudetendeutsche Landsmannschaft, Landsmannschaften West- und Ostpreußen, Pommersche Landsmannschaft, AG heimatvertriebener Frauen, Egerländer Gmoi, Landsmannschaft Schlesien, Verband der Siebenbürger Sachsen usw. Selbstverständlich präsentierten sich auch die Landsmannschaft der Banater Schwaben, die Heimatgruppe der Donauschwaben sowie die Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben.

    Die Landsmannschaft der Banater Schwaben

    Der Stand wurde vom Kreisverband Stuttgart organisiert. Am Tisch des Kreisverbandes empfing der Vorsitzende Erwin Wasitschek die Gäste. Banater Köstlichkeiten wurden serviert. Bogatschen und Banater Kipfeln wurden angeboten. Die bunt gefärbten Ostereier durften einfach nicht fehlen. Auch Maskottchen mit Osterdekoration wurden zur Verfügung gestellt. Eine Trachtenpuppe mit banatschwäbischer Tracht wurde zur Schau ausgestellt. Bücher und Zeitschriften über das Banat wurden präsentiert. Auch die Banater Post lag zum Lesen bereit.


    Rasch und ausgiebig konnte man sich jederzeit “uf Schwowisch” unterhalten. Auch eine Besucherin aus Reschitza war zugegen. Für ein Gruppenfoto in der Vormittagszeit des Marktes stellten sich die Banater gerne auf. Für mich ganz überraschend kam immer wieder die Frage auf: “Wann werden wir uns wiedersehen?” Dass der Heimattag am 24. Mai in unserer Patenstadt Ulm uns heuer noch bevorsteht, gab Hoffnung auf eine baldige, erfreuliche Begegnung.

    Heimatgruppe der Donauschwaben


    Einen herzlichen Empfang erwartete mich am Ausstellungsstand der Donauschwaben, zumal ich die Vertreter dieser Heimatgruppe vor einer Woche bei der Ausstellungseröffnung “Unerhört… Flucht, Vertreibung und Integration” getroffen hatte. Heute servierten sie mir ein paar Häppchen mit Banater Delikatessen und einen Wein, den man in der Batschka gerne kultivierte und der sehr gerne zum Trinken angeboten wurde. Die Kadarka-Rebsorte, der süffige Rotwein, hatte in dieser Gegend allzeit einen guten Namen.

    Freundeskreis Donauschwäbische Blasmusik

    Der Freundeskreis hat die Aufgabe, sich voll und ganz auf die “Pflege der donauschwäbischen Blasmusik“ zu konzentrieren.


    Hartmut Liebscher (rechts), BdV-Landesvorsitzender Baden-Württemberg, interessierte sich bei dem mittlerweile gut bekannten Moderator Norbert Merkle (2. von links) für den Stand der Dinge.

    Landsmannschaft der Sathmarer Schwaben

    Auch in diesem Jahr hatte Rosi Tom, Landesvorsitzende der Sathmarer Landsmannschaft Baden-Württemberg, mit ihrem Team hervorragende Spezialitäten anzubieten. Belegte Brötchen mit Wurst, Schinken und “Schwortlmoo” (Presssack) sowie ein wohlschmeckender Pflaumenschnaps standen im Angebot dieser Volksgruppe.

    Die Sathmarer Schwaben. R. Tom links im Bild

    Arbeitsgemeinschaft
    der Heimatvertriebenen Frauen im BdV

    Die Frauen-AG ist ein aktiver Zusammenschluss engagierter Frauen innerhalb des Bundes der Vertriebenen. Die Präsidentin des Frauenverbands im BdV ist Hiltrud Leber. Landesfrauenreferentin BaWü ist Isabella Schuster-Ritter.

    An diesem Ausstellungsstand informierten die Banat-Schwäbin Viktoria Decker und Ines Kohm. Die Aufgaben dieser Gemeinschaft in Stuttgart sind: Organisation von Veranstaltungen, Vorträgen und Begegnungen, Mitwirkung an kulturellen Projekten und Gedenkveranstaltungen, Pflege von Traditionen und Weitergabe von Geschichte, Förderung des generationenübergreifenden Austauschs und Beteiligung an landesweiten Tagungen und Aktionen.
    Die Arbeitsgemeinschaft hat sich zum Ziel gesetzt: Geschichte lebendig zu halten, die Gemeinschaft zu stärken, Frauen eine Stimme im Verband zu geben und Brücken zwischen Jung und Alt zu bauen.

    Ich konnte mich auch mit Vertretern des Bessarabiendeutschen Vereins unterhalten. Die Geschichte der Umsiedlung der Bessarabiendeutschen am Anfang der 1940er Jahre in das damalige Deutsche Reich scheint äußerst interessant zu sein. Eine Hinterfragung dieser Geschehnisse ist jederzeit möglich, sobald es in Stuttgart sogar ein Haus der Bessarabien- und Dobrudschadeutschen gibt. Es ist ein Heimatmuseum der Deutschen aus Bessarabien und der Dobrudscha. Auf den Stand dieser Volksgruppe im Haus der Heimat wurde ich aufmerksam wegen der schönen Stickbilder aus dem Heimatmuseum, die auch hier im HdH sehr sehenswert wirkten.

    Ostern steht vor der Tür

    Mit viel Information, mit gesellschaftlichem Zusammensein unterschiedlicher Vereine und Gruppen aus dem östlichen und südöstlichen Europa, mit einem Einkauf fürs baldige Osterhasennest sowie mit einem traditionellen Speis und Trank aus diesen Gegenden verabschiedete ich mich vom 17. Ostermarkt dieser gut organisierten Veranstaltung.

    Mein Weg führte nun durch die Stuttgarter Innenstadt über den Schlossplatz – ein grünes Juwel im Herzen dieser Stadt. Ich genoss mediterrane Atmosphäre in den ersten Tagen des Frühlingsanfangs 2026.

    Sonnenschein. Draußensein. Frühlingsluft. Blütenduft. Osternest. Frohes Fest!

    Fotos: J. Janzer

    Vor Ostern am Schlossplatz in Stuttgart

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