Pünktlich um 8 Uhr holte uns Eneida am Hotel ab. Ein volles Programm wartete auf uns – und wir sollten an diesem Tag gleich mehrere berühmte Wahrzeichen Rios kennenlernen.
Wo der Karneval seinen großen Auftritt hat
Unser erstes Ziel war das Sambadrom – jener legendäre Ort, an dem im Februar die großen Sambaschulen beim Karneval gegeneinander antreten. Wer sich darunter eine riesige Halle vorstellt, liegt falsch: Das Sambadrom gleicht eher einem Stadion ohne Fankurven. Entlang einer langen, geraden Parade-Straße befinden sich auf beiden Seiten die Zuschauertribünen. Hier ziehen die Sambaschulen mit ihren Tänzern, prächtigen Kostümen und aufwendig gestalteten Festwagen an Tausenden begeisterten Zuschauern vorbei.
Die Sambavereine bereiten sich monatelang auf diesen Wettbewerb vor. Schon im November beginnt das Training, damit im Februar alles perfekt sitzt und die eigene Sambaschule möglichst weit vorne landet.
Gänsehaut im Maracanã – wir sind Weltmeister!
Vom Samba ging es anschließend zum Fußball. Wir besichtigten das legendäre Maracanã-Stadion, in dem die deutsche Nationalmannschaft 2014 Fußballgeschichte geschrieben hatte. Hier hatte Deutschland im Finale gegen Argentinien den Weltmeistertitel gewonnen!
Natürlich wurde fotografiert, was das Zeug hielt – schließlich standen wir an einem Ort, der für deutsche Fußballfans unvergesslich ist. Und dann war er plötzlich wieder da, dieser magische Moment: Mario Götze, der den Ball annimmt und ins Tor schießt. Dazu die legendären Worte des Kommentators: „Mach ihn! Mach ihn! Er macht ihn!“
Beim Gedanken daran bekamen wir glatt wieder Gänsehaut. Für einen kurzen Augenblick fühlten wir uns selbst wie Weltmeister. Ein Stadionbesuch, der bei den Fußballfans unter uns ganz besondere Erinnerungen weckte!












Hoch hinaus zum Cristo Redentor
Doch Rio hatte noch einen weiteren Höhepunkt für uns parat. Unser nächstes Ziel war der Corcovado, der berühmte Berg mit der über die Stadt wachenden Christusstatue.
Mit der Zahnradbahn ging es den Berg hinauf. Und dann standen wir endlich vor ihr: dem Cristo Redentor – dem Christus, dem Erlöser.
Gewaltig, beeindruckend und kaum in Worte zu fassen! Mit weit ausgebreiteten Armen erhebt sich die monumentale Statue über Rio de Janeiro. Dazu dieser fantastische Blick über die Stadt, die Strände, die Buchten und die umliegenden Berge. Ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst.
Man konnte sich kaum sattsehen und wusste gar nicht, wohin man zuerst schauen oder was man fotografieren sollte. Für viele von uns war dieser Besuch sicherlich einer der ganz besonderen Momente der Reise.








Fleisch, Fleisch und noch mehr Fleisch!
Nach so vielen Eindrücken meldete sich langsam der Hunger. Zum Glück stand als Nächstes ein Besuch in einer brasilianischen Churrascaria auf dem Programm – einem traditionellen Grillrestaurant, in dem Fleischliebhaber voll auf ihre Kosten kommen.
Schon das Buffet war vom Feinsten und ließ kaum Wünsche offen. Doch das war erst der Anfang! Die Kellner kamen mit gigantischen Fleischspießen an unsere Tische und schnitten uns immer wieder frisch gegrillte Köstlichkeiten direkt auf den Teller: Rind, Schwein, Hähnchen, Lamm – eine Sorte nach der anderen.
Eine Besonderheit war für uns das kleine Kärtchen am Tisch, das ein wenig an einen Bierdeckel erinnerte. Auf der einen Seite rot, auf der anderen grün. Grün bedeutete: „Bitte weiter Fleisch bringen!“ Rot dagegen signalisierte: „Danke, ich brauche erst einmal eine Pause!“
Ein einfaches, aber geniales System – vor allem, wenn man angesichts der unzähligen Fleischspieße irgendwann den Überblick verlor.
So endete ein weiterer ereignisreicher Tag in Rio: mit Samba im Kopf, Fußballgeschichte im Herzen, unvergesslichen Bildern vom Corcovado und ziemlich vollen Bäuchen. Und das Beste daran: Unsere Reise hatte gerade erst begonnen!





