HOG/LV/KV-Tagung in Frankenthal


Vom 28. bis zum 29. März 2026 fand die Tagung der Vorsitzenden der Landes- und Kreisverbänden, der Heimatortsgemeinschaften der Landsmannschaft der Banater Schwaben in der Rheinland-Pfälzischen Ortschaft Frankenthal im Donauschwabenhaus statt.

Durch die zweitägige Tagung führten Anita Maurer (HOG-Sprecherin) und Peter-Dietmar Leber (Bundesvorsitzender der Landsmannschaft der Banater Schwaben).
Die Fotoaufnahmen stammen von Nikolaus Dornstauder.
Zur Einleitung der Tagung wurde die Banater Hymne gesungen.


Der Bundesvorsitzende Peter-Dietmar Leber begrüßte zur 50. Tagung insgesamt 153 Teilnehmer. Es waren anwesend 58 HOG-Vertreter und 29 Vertreter der Kreisverbände.
Er präsentierte zunächst den neu gewählten Bundesvorstand. Die zwei neu gewählten Beisitzer (Eduard Ortmann und Johann Janzer) stellte er extra vor. Die Stärkung des Bundesvorstands durch zwei HOG-Vorsitzende blieb nicht unerwähnt.
Er hieß die Referenten Thomas Schneider (Verband der Siebenbürger-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften), Sergiu Dema (Kulturreferent der Stadt Hatzfeld) mit Gattin, Dr. Hella Gerber (KV Augsburg), Anton Enderle und Walter Niklos (HOG Perjamosch) herzlich willkommen. Des Weiteren begrüßte er: Bernhard Krastl (Ehrenvorsitzender der Landsmannschaft), Wolfgang Stark und Hans Schmaltz (Donaudeutsche Landsmannschaft Frankenthal), Hiltrud Leber (Präsidentin beim BdV-Frauenverband), Nikolaus Rennon (Hilfswerk der Banater Schwaben) mit Gattin, Christine Schneider (Leiterin des Seniorenzentrums in Ingolstadt), Bernhard Fackelmann (Vorsitzender des Banater Kulturwerks in Bayern, der vor kurzem mit einer Ehrenurkunde vom bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet wurde), Harald Schlapansky (Landesvorsitzender der Banater Schwaben in Bayern), Patrick Polling (Vorsitzender der DBJT), Astrid Weisz (Radio Temeswar und Redakteurin der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien), Siegrun Jäger (Redakteurin der Banater Post), Walter Tonța (Leiter des Dokumentationszentrums der Banater Schwaben in Ulm) sowie die fleißigen Mitarbeiterinnen der Bundesgeschäftsstelle mit Begleitung.

Anwesend waren auch vier Sanktandreser: Barbara Hehn (Kreisverbandvorsitzende Erlangen), Hans Metzger (Kreisverbandvorsitzender Ingolstadt), Hans Noll (Kreisverbandvorsitzender Altötting) und Hans Janzer (Vorsitzender der HOG Sanktandres; Mitglied im Bundesvorstand).

Es folgte eine Gedenkminute für die verstorbenen, ehrenamtlich engagierten Banater Schwaben, die seit dem Jahr 2025 von uns gegangen sind. 

Die Agenda der Tagung war sehr umfangreich aufgegliedert. Referenten aus einem Verband der Siebenbürger Sachsen und aus dem Banat waren zur Veranstaltung geladen. Der Kreisverband Augsburg und die Heimatortsgemeinschaft Perjamosch beabsichtigten, ihre Vereine vorzustellen. Austauschrunden waren angesagt. Die Bundesvorstandsmitglieder und verschiedene Untergliederungen des Dachverbandes waren geneigt, je mehr Informationen an die HOG- und Kreisverbandsvertreter weiterzugeben.

Unsere Initiativen und Projekte / Bundes-, Landes-, Kreisverband und HOG, Banater Post, Hilfswerk und Kulturwerk

Harald Schlapansky erläuterte im Detail die Mitgliederentwicklung im Zeitraum vom 1.1.2025 bis zum 31.12.2025. Die Hauptmitglieder zahlen ab 2026 zwei Euro mehr Mitgliedsbeitrag jährlich gegenüber dem Jahr 2025. Die Verbandsmitglieder wurden bezüglich der Preissteigerung nicht informiert, weil bei diesem geringen Anstieg dies nicht kommerziell sei. Die Rücklastschriften sind erheblich, da ungenaue Kontoangaben eine ordnungsgemäße Abwicklung erschweren. Übernahmen von Mitgliedschaften durch Angehörige bei Todesfällen, besonders von jungen Menschen, sind ratsam. Dabei sind Beratung und Hilfestellungen seitens der Vorstände von den Heimatortsgemeinschaften empfehlenswert, da gerade die Gremien der Heimatortsgemeinschaften die Situation ihrer Landsleute bestens kennen.
Dem Landesvorsitzenden ist es besonders wichtig, vom Erfolg einer Eintragung des Sanktannaer „Neujahrslied-Singen der Banater Schwaben“ als Gutes Praxisbeispiel in das Bayerische Landesverzeichnis zu berichten. Nach vier Jahren seit der Antragstellung mit einigen Rückschlägen ist die Eintragung im Bayerischen Landesverzeichnis ab sofort wirksam. Die Erfolgsbotschaft hat man mit viel Beifall im Tagungssaal belohnt.

Georg Ledig, stellvertretender Bundesvorsitzender, fragt nach abgeschlossenen Vereinsversicherungen nach und stellt klar, wie bedeutend ein Abschluss einer Vereinshaftpflicht, Veranstalterhaftpflicht oder Vermögensschadenhaftpflicht sein kann. Er erklärt anhand von Beispielen und von Informationsquellen die Notwendigkeit von Versicherungsabschlüssen in Vereinen. Es hat sich herausgestellt, dass beim Erstellen von Veranstaltungsanzeigen auf eine individuelle Haftung hinzuweisen ist.

Zur Darstellung der Internetseite der Banater Landsmannschaft (www.banater-schwaben.org) äußerte sich Jürgen Griebel, ebenfalls stellvertretender Bundesvorsitzender und Administrator der Internetseite unserer Landsmannschaft. Es sind einzelne Heimatortsgemeinschaften und Kreisverbände, die sich bis dato noch nicht auf der Homepage des Verbandes vorstellen. Eine Aktualität ist gefordert.

Die Redakteurin der Banater Post, Siegrun Jäger, ersuchte ihre Landsleute ausführlich, vom Vereinsleben zu berichten. Dabei solle man immer die E-Mail-Adresse der Redaktion (redaktion@banater-schwaben.de) benutzen. Beim Einsenden von Fotos ist auf eine gute Qualität der Bilder zu achten. Bei Unklarheiten bietet die Redaktion jederzeit Hilfe an.

Von einer Europatour mit dem Fahrrad, von etwa 10.000 Kilometer, von West nach Ost, berichtete Christine Neu, stellvertretende Vorsitzende. Durch 20 Länder führt die Route. Im Verzeichnis der Route sind aktuell auch die Ortschaften wie Hatzfeld, Grabatz, Sackelhausen, Temeswar, Otelek, Johannisfeld, Morawitza etc. eingetragen. Zum Aufbau der Strecke sind kommunale Unterstützungen erforderlich.

Bernhard Fackelmann, Vorsitzender der HOG Sanktmartin, berichtete von der Gründung der Ortschaft Sanktmartin vor mehr als 300 Jahren, von der Sanierung der Heimatkirche und der Kapelle sowie von gesammelten Spenden, die er vor allem durch zahlreiche Bücher, die er verfasste und herausbrachte, aufbringen konnte. Nun soll ein Dokumentationszentrum neben der Sakristei der Kirche errichtet werden. Das Museum soll Ende August 2026 feierlich in Sanktmartin eröffnet werden.

Nikolaus Rennon, Vorsitzender des Banater Hilfswerks, erwähnte die Bedeutung dieses Vereins, der eigenständig, aber mit Anlehnung als Partnerverein an die Bundesgeschäftsstelle der Landsmannschaft der Banater Schwaben agiere. Deshalb ist der Bundesvorsitzende automatisch im Gremium des Hilfswerks vertreten. Der Verein kümmert sich ausschließlich um bedürftige Banater Schwaben. In Temeswar im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus ist die Banater Landsmannschaft durch Walter Altmayer mit einem Büro vor Ort vertreten. Das Seniorenzentrum in Ingolstadt ist das Vorzeigeobjekt des Vereins.
Die Leiterin des Josef-Nischbach-Hauses, Christine Schneider, ergriff anschließend das Wort und schilderte die Aufgaben des Seniorenheims. Es wird viel getan zur Aufrechterhaltung unserer „schwowischi“ Tradition, so die Leiterin Schneider. In Ingolstadt gibt es eine ambulante Pflege, eine stationäre Altenpflege und ein betreutes Wohnen. Am 4. Juli 2026 findet im Heim ein Sommerfest statt. „Dazu sind sie alle herzlich eingeladen“, so die Heimleiterin.

Der Vorsitzende des Kreisverbandes Heilbronn, Anton Michels, stellte den Heimatkanal Heilbronn vor und erläuterte auch den Zugriff auf dessen Seiten. Gut zu wissen: Der Kanal ist nicht öffentlich und kann nur durch eine Weiterleitung gelesen werden.  

Blick über den Zaun – Der Verband der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften

Es referierte Thomas Schneider, seit 2025 Vorsitzender des Verbandes, geboren in Hermannstadt, der aber bis zu seiner Ausreise nach Deutschland in Holzmengen (Siebenbürgen) seine Kindheit und Jugend verbrachte.


Gleich zu Beginn seines Referates beteuerte er, dass er für sein Heimatdorf stehe, und er erinnerte an eine Aussage von drei Männern aus seiner Heimat: „Wir sind weniger geworden, sind aber noch da!“ Er zog einen Vergleich zu unserer Banater Vergangenheit und wies auf eine „gleiche Geschichte“ der Rumäniendeutschen hin. Er meinte auch, dass Ehrenamt sehr wichtig sei für unsere Gemeinschaft.

Er stellte den Verband der Siebenbürgisch-Sächsischen Heimatortsgemeinschaften vor und rückte Vision (Plattform für Zukunft und kulturelles Erbe), Rolle (Vernetzung der Gemeinschaften, Begegnungen schaffen), Ziele (Erbe erhalten, Gemeinschaft stärken, Jugend einbinden) und Spirit (Verantwortung, Zusammenhalt) des Vereins in den Mittelpunkt. Der HOG-Verband stehe als Brückenbauer zwischen Vergangenheit und Zukunft, so Thomas Schneider. Die Organisation ist eine Plattform für alle Heimatortsgemeinschaften von Siebenbürgen. Die Struktur des Verbandes: 130 Heimatortsgemeinschaften sind hier eingegliedert. Die Gliederung „SJD“ (Siebenbürgisch-Sächsische Jugend in Deutschland) und die Kindergruppen spielen eine wichtige Rolle in der Gemeinschaft, bewähren sich für die Zukunft und binden den Weg zur Heimat, meinte der Referent. Danach berichtete Schneider von den Aktivitäten des Verbandes. Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit den Kirchengemeinden in Siebenbürgen. Große Feste in Siebenbürgen sind heutzutage sehr erfolgreich. Das „Sachsentreffen“, das seit 2016 zur Austragung kommt, beweise dies, so die Feststellung des Referenten. Da die Gemeinschaft kleiner wird, muss man neue Konzepte erarbeiten und auch neue Wege gehen. Der Aufruf des Vorsitzenden: „Motivation ist wichtig und nie aufgeben!“ Thomas Schneider lud alle Anwesenden der Tagung zu den „Festtagen in Siebenbürgen“ ein, die vom 7. bis zum 16. August 2026 stattfinden.
Hiltrud Leber (HOG Guttenbrunn) erkundigte sich zum Thema Digitalisierung. Das Scannen von Dokumenten ist im Verband auf eigene Clouds aufgebaut, so Thomas Schneider. Somit kann jede Heimatortsgemeinschaft eigenständig seine Daten verschlüsselt verwalten.
Peter-Dietmar Leber bedankte sich bei dem Vorsitzenden des Siebenbürgisch-Sächsischen Verbandes und überreichte ihm ein Buch mit allen banatschwäbischen Ortschaften.

Wahl der HOG-Sprecherin / HOG-Sprecher

Laut Satzung muss turnusgemäß alle 3 Jahre ein Sprecher/in gewählt werden.

Die HOG-Vertreter wählten einstimmig Anita Maurer (Heimatortsgemeinschaft Schöndorf) zur HOG-Sprecherin der Banater Landsmannschaft.


Werner Griebel (HOG-Lenauheim) wurde zum Sprecher des Stellvertreters einstimmig gewählt.

Der Wahlleiter Georg Ledig wünschte den gewählten Personen viel Erfolg in ihrer zukünftigen Tätigkeit.

Heimattag 2026

Hierzu ergriff der Bundesvorsitzende das Wort. Das Motto des diesjährigen Heimattages in Ulm lautet: „Heimat im Herzen – Zukunft prägen“. Am Samstag (23. Mai 2026) kann man im DZM Ausstellungen besichtigen. Als Gäste wirken neben der DBJT Gäste aus dem Banat (Neuarad) mit. Die Kapelle „Original Banater Echo“ wird aufspielen. Geladene Teilnehmer werden im Ulmer Rathaus empfangen. Ein Weg zum Denkmal am Donauufer ist auch geplant. Am Abend werden die „Lustigen Schwaben“ auftreten. Am Pfingstsonntag (24. Mai 2026) findet in der Donauhalle eine Hl. Messe statt. Vorträge und Lesungen werden in den Konferenzsälen abgehalten usw. Am Abend ist Tanzunterhaltung angesagt.

Hatzfeld im Banat – identitätsstiftender Ort für kommende Generationen der Banater Schwaben

„Hatzfeld ist ein Zentrum der Banater Schwaben“, meinte der Bundesvorsitzende, als er den Referenten Sergiu Dema zu diesem Punkt der Agenda vorstellte.

Dema ist Kulturmanager in dem Heidestädtchen Hatzfeld. Er referierte auf Deutsch. Zunächst zählte er die Ereignisse der banatschwäbischen Geschichte auf. Lebenserfahrungen der Banater Schwaben standen plötzlich im Blickpunkt seines Referats. Für Sergiu Dema ist es eine Selbstverständlichkeit, die Deportation der Hatzfelder in die UdSSR und in die Bărăgan-Steppe zu thematisieren.

Hatzfeld ist eine Stadt der Museen. Der Referent stellt sie einzeln vor. Das Pressemuseum beherbergt Dokumente einer einzigartigen deutschen Presselandschaft in ganz Rumänien, so Dema. Das Stefan-Jäger-Museum zeigt einmalige Bilder des berühmten Banater Malers. Im  Eisenbahnmuseum kann man die Auswanderung zahlreicher Hatzfelder nach Amerika verfolgen. Ein Feuerwehrmuseum „St. Florian“ gibt es auch. In Hatzfeld stehen die Gedenkstätten „Dr. Karl-Diehl“ und „Petre Stoica“. Der Musiker Emmerich Bartzer blieb nicht unerwähnt vom Kulturmanager. Dema meinte: „Wenn auch die Menschen gegangen sind, viel Erbe ist zurückgeblieben.“

DBJT – Unsere Arbeit – unsere Arbeitsgruppen; Vorstellung der AG Tracht und des neuen Buches „Sonntagsgewand – „Schnittmuster“ der AG Volkstanz, der AG Geschichte

Patrick Pollings Vortrag stand unter dem Motto „Tradition im Herzen“ und unter dem Zeichen „Arbeitsgemeinschaften in der DBJT“. Er berichtete ausführlich von der Jugendarbeit.

Die nächsten Termine der DBJT, die präsentiert wurden: Heimattage in Ulm vom 22.-24.5.2026; Sportfest mit Zeltlager vom 17.-19.7.2026; Folkloretage Rimini vom 30.7-5.8.2026 und Seminar für Jugendliche von 12 bis 27 Jahren vom 6.-8.11.2026. Patrick Polling stellte anschließend die Arbeitsgemeinschaften Tanz, Geschichte und Tracht vor.

Elvine Muth hatte viel von der AG Tracht zu erzählen. Diese Gruppe wurde 2019 gegründet. Sie stellte die Angebote und Aktivitäten der AG vor. Die Arbeitsgruppe rief das Projekt „Sonntagsgewand“ ins Leben und konnte von einem besonders fertiggestellten Buch „Schnittmuster“ berichten. Das Buch steht zum Verkauf bereit. Und es wird bereits am nächsten, an einem neuen Projekt fleißig gearbeitet: „Kirchweihtrachten“.

Anschließend startete der Vorsitzende der DBJT geschickt mit einer digitalen Umfrage. Die Teilnehmer konnten sich mit einem auf der Wand projizierten Barcode einloggen, um an der Befragung teilzunehmen. Man stellte Fragen und die Antworten der Teilnehmer wurden anonym angezeigt und eingespeist. Eine Analyse vom DBJT erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt.               

Führungen durch die heimatkundlichen Sammlungen des Hauses

Im 1. Obergeschoss des Donauschwabenhauses in Frankenthal findet man Bilder und Traditionsgegenstände. Aufgeteilt in zwei Gruppen konnten die Teilnehmer die Sammlung mit Führung besichtigen.

Abendprogramm mit der „Kleinen Banater Blechmusik“


Die Blasmusikkapelle unter der Leitung von Günther Klein spielte beliebte Melodien von Komponisten aus Mähren und dem Egerland. Natürlich fehlte die traditionelle Donauschwäbische Blasmusik auch an diesem Abend nicht. Die DBJT präsentierte sich mit beliebten Volkstänzen. Die Darbietung wurde mit viel Beifall honoriert.

Geistlicher Impuls für den Tag und unsere Arbeit

Am zweiten Arbeitstag führte Heimatpfarrer Paul Kollar mit christlichen Gedanken die Teilnehmer in den zweiten Arbeitstag der diesjährigen Tagung. Pfarrer Kollar, gebürtiger Ebendorfer, verdeutlichte vor allem den christlichen Glauben in der Banater Kultur. Im Jahr 2023 zelebrierte er den Gottesdienst im Rahmen unseres Sanktandreser Heimattreffens in Ellwangen.

Es war ein neuer Programmpunkt, der neu in die Agenda aufgenommen wurde und auf positives Echo gestoßen ist. Dies bekundeten mehrere Anwesende.

Verbandsgliederungen stellen sich vor

Der Kreisverband Augsburg

Es ist unser mitgliederstärkster Kreisverband. Vorsitzende des Verbandes ist Dr. Hella Gerber. Sie sprach zuerst von dem im Jahr 1951 gegründeten Verband mit der damaligen Bezeichnung Bezirksverband Augsburg. Der Gründer ist Peter Ludwig, geboren 1908 in Temeswar, gestorben 2001 in Augsburg. Im Laufe der Jahre putzte sich der Kreisverband mit Tanzgruppen, mit einer Theatergruppe, mit einer beliebten Kochgruppe heraus. Auch ein Chor der Banater Schwaben Augsburg und eine Musikkapelle beleben bis heute die Gemeinschaft. Seit 2017 wird auch Seniorenarbeit geleistet. Im Vortrag von Dr. Hella Gerber wurden immer wieder schöne Videoaufnahmen von Ereignissen präsentiert. Was der Verband anzubieten hatte und auch noch hat, wurde der Reihe nach aufgezeigt: Der Verband war bei einem Trachtenfestival 2023 dabei; das Gertrude-Baumstark-Turnier lockt zum Beispiel ambitionierte Schachspieler an; es werden regelmäßig Fahrradtouren organisiert; Kirchweihfeste finden statt; gut besuchte Marienandachten, wie einst im Banat abgehalten, finden regen Zulauf; am Europatag beteiligten sich die Banater Schwaben mit einem Stand auf dem Rathausplatz; Schlachtplattenessen wird immer wieder serviert; beim Empfang der Landsmannschaften im „Goldenen Saal“ Augsburg waren die Banater dabei usw. Ungefähr 20 Veranstaltungen werden vom Kreisverband im Jahr organisiert. „Die Bekanntmachung der Banater Schwaben in Augsburg ist uns sehr wichtig und wird deshalb auch vorangetrieben“, versicherte die Kreisverbandsvorsitzende Dr. Hella Gerber. Sie bedankte sich ausdrücklich bei den Vorstandsmitgliedern des Vereins für die hervorragende Arbeit. Die Vorsitzende händigte einen Flyer mit den vorgesehenen Veranstaltungen des Kreisverbandes für das Jahr 2026 aus. Hier ein paar Veranstaltungstipps in der Zeitspanne April bis Juni 2026:
11.4.2026 Frühlingsball mit den Schlagerbengeln in Gablingen
16.4.2026 Seniorennachmittag
18.4.2026 Plärrer Festzelt: Musikkapelle Banater Schwaben von 12-16:30 Uhr
26.4.2026 Chor Jubiläum im Pfarrsaal der Kirche Hl. Dreifaltigkeit
10.5.2026 Maiandacht (Muttertag) in Kriegshaber
16.5.2026 Maitanz mit der Band Akustik 3 in Königsbrunn
21.5.2026 Maiandacht in der Kirche St. Elisabeth in Lechhausen
14.6.2026 Jubiläum 75 Jahre KV Banater Schwaben Augsburg mit Kulturtag
20.6.2026 und 21.6.2026 Theaterabend im Hubertushof

HOG Perjamosch – Vergangenheit und Gegenwart

Die Großgemeinde Perjamosch an der Marosch war für viele Teilnehmer sicherlich nicht unbekannt. Der Perjamoscher Walter Niklos und der HOG-Vorsitzende Anton Enderle hatten viel Sehenswertes von ihrem Heimatort anzubieten. Sie berichteten von der Erbauung der Knabenvolksschule 1772, von der Gründung der Mädchenschule 1888 und von der rumänischen Schule 1927. Heutzutage gibt es in Perjamosch einen deutschen Kindergarten und eine deutsche Grundschule, die hauptsächlich von Kindern aus Mischehen, von Kindern intellektuellen Standes und von Schülern, die zurückkehrende Rumänen aus Deutschland sind, besucht werden. Die HOG Perjamosch, die 1962 gegründet wurde, hat sogar in der Zeit des Kommunismus, aber auch danach mit zahlreichen Hilfskonvois die Landsleute im Südosten Europas unterstützt. In Perjamosch gibt es die Altdorfer Kirche (1772 erbaut), die Hauliker Kirche (1855) und eine orthodoxe Kirche. Es gibt mehrere Denkmäler im Ort. Enderle erwähnte u. a. das Kriegerdenkmal der Gefallenen im Ersten Weltkrieg. An diesem Denkmal findet die jährliche Feier am rumänischen Nationalfeiertag statt. In Perjamosch sind mehrere Gottesäcker angelegt. U. a. auch ein jüdischer Friedhof. Viele Werke von Perjamoscher Literaten sind im Ulmer Dokumentationszentrum aufbewahrt, berichtete stolz der Vorsitzende der HOG. Die beiden Referenten durchleuchteten das Perjamoscher Handwerk, die Landwirtschaft, die Arbeit der Perjamoscher Verleger, die medizinische Betreuung im Ort u. v. m.
Im Jahr 2025 feierte Perjamosch sein 300-jähriges Bestehen. Das von Walter Niklos entworfene Kunstwerk in der Ortsmitte, das im Rahmen der Feier enthüllt wurde, hat der Künstler detailliert vorgestellt und sagte überzeugend: „Wir trauern nicht um die Vergangenheit. Wir glauben an die Zukunft.“ Familie Klein hat letztes Jahr die Gedenkstätte besichtigt und kam mit einem positiven Eindruck zurück. Enderle ist überzeugt: „Wir haben unser Ziel erreicht.“ Es wurden zwei Bücher herausgebracht, die ins Rumänische übersetzt wurden. Das Buch „Perjamosch 1724 – 2024“ wird auf Wunsch des Perjamoscher Bürgermeisters Cornel Dumitraș als Lehrbuch am Perjamoscher Lyzeum seinen Wert finden.
Anton Enderle bedankte sich beim Bürgermeister für seine hervorragende Zusammenarbeit mit den Vertretern der Banater Schwaben in Deutschland. Er richtete ein Dankeschön an das Banater Kulturwerk in Bayern und an das Demokratische Forum der Deutschen im Banat für die enorme Unterstützung, die er bekommen hat. Er vergaß aber auch nicht, sich bei Frau Weisz (Radio Temeswar und ADZ) für die akkuraten Berichterstattungen vom Perjamoscher Ereignis zu bedanken.

Zum Abschluss sang man gemeinsam die Nationalhymne Deutschlands.



Alle Anwesenden, die sich bis zum Schluss der zweitägigen Tagung begeistert beteiligten, nahmen den angekündigten Fototermin wahr.
Astrid Weisz von Radio Temeswar (Sendung in deutscher Sprache) interviewte bis zur endgültigen Auflösung der Veranstaltung mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie wird ausführlich vom Tagungsablauf berichten.

Fazit: Es kam ausdrücklich die Vielfalt landsmännischen Wirkens zum Ausdruck.

Die nächste HOG-Tagung wird im nächsten Jahr vom 13. bis zum 14. März in Frankenthal stattfinden.

 

 

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