Leckereien aus dem Banat einen die Gemeinschaft
Am 19. Februar 2026 war es nun wieder so weit. Punkt 12 Uhr eröffnete der Chefredakteur der Banater Zeitung, Siegfried Thiel, das Jahresfest des Blattes: die Worschtkoschtprob. Diesmal war die Banater Ortschaft Sackelhausen Gastgeber dieser sehr beliebten alljährlichen Veranstaltung. 30 Wurstliebhaber brachten ihre selbstgemachte Bratwurst ins Kulturhaus von Sackelhausen. Eine Banater Tradition, die in den 1970er Jahren von der NBZ ins Leben gerufen wurde und von der BZ weitergeführt wird und heute nicht mehr wegzudenken ist.

Im Vorfeld des Festes
Bereits einen Tag zuvor fanden sich die Organisatoren und viele Helfer im Kulturhaus ein. Geräucherte Bratwurst, verschiedene Salamisorten, Presssack und Hartkäse in Unmengen wurden fleißig aufgeschnitten. Nachher auf einem Tablett hergerichtet, um den Gästen am Tag danach je schmackhafter zu machen. Rodica und Stefan hatten alles gut im Griff. Siegfried feilte am Plan der bevorstehenden Veranstaltung, während andere Helfer die Tische in eine stramme Reihe ordneten. Junge Menschen beteiligten sich sehr aktiv beim Aufbau des festlichen Standortes. Auch Banater Schwaben aus Sackelhausen und andere Landsleute aus Deutschland waren zugegen und sehr hilfsbereit.
Nachher saßen die Helfer bei einem Gläschen Wein zusammen, lernten sich näher kennen und fieberten bereits einen Tag zuvor dem großen Fest entgegen.
Die HOG Sanktandres wieder dabei
Vertreter unserer Heimatortsgemeinschaft nahmen unter winterlichen Verhältnissen in Kauf, mehr als 1.000 Kilometer von Deutschland ins Banat zu fahren, um Andreser Fleischspezialitäten zu präsentieren. Unser Vorhaben: Wir wollten unbedingt heimatverbundene Bratwurst auftischen. Dazu produzierten Heinrich Thernes, der Vorjahressieger, und Heinrich Tomi (Sieger des Journalistenpreises vom Vorjahr) je eine “Heimatworscht” in Deutschland. Ludovic Barabas stellte eine “Heimat-Cârnați” aus dem heutigen Sânandrei (Sanktandres) unserer HOG zur Verfügung.
Außerhalb des Wettbewerbs wollten wir ein besonderes Schmankerl zur Schau stellen. Heinrich Thernes aus Waldkraiburg fertigte einen “Zeppelin-Schwortlmoo” an. Ewald Steinbrunn aus Maichingen gestaltete die Flügel des Flugobjektes, während ich das Schmuckstück dekorierte. Schließlich und endlich sind es heuer 111 Jahre, seit der erste Zeppelin im Banat bei Sanktandres landete.
Der Festtag
Bereits um 9 Uhr war der letzte Schliff der Veranstaltung voll im Gange. Die Familie Neu gestaltete mit traditionellen Utensilien aus der Lebenszeit der Banater Schwaben, die schon unsere Vorfahren benutzten.
Die Wursthersteller brachten ihre selbstgemachte Wurst, die u. a. von Mitgliedern des “Banater Kranzes” sehr genau geprüft und registriert wurde. Jeder Wurstsorte wurde eine Nummer vergeben.
Weitere Festansprachen hielten: Dr. Paul Jürgen Porr, Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR); Ovidiu Ganț, Abgeordneter der deutschen Minderheit im rumänischen Parlament; Anja Zougouari, Konsulin der Bundesrepublik Deutschland in Temeswar; Christine Neu, stellv. Vorsitzende des Bundesvorstandes der Banater Landsmannschaft der Banater Schwaben in Deutschland sowie Banatschwäbin aus Sackelhausen; Dumitru Boboi, Bürgermeister von Sackelhausen sowie Gastgeber der diesjährigen “Worschtkoschtprob” und Ignaz Bernhard Fischer (99) Vorsitzender des Vereins der ehemaligen Russlanddeportierten.
Alle Festredner betonten, wie wichtig es sei, in einer friedlichen Zeit gemeinsam zu feiern, das traditionelle Erbe weiterzugeben und ein friedliches Miteinander zu pflegen, egal welcher Nationalität man angehöre. Besonders der 99-jährige Fischer fand hierfür die treffenden Worte, sobald er immer wieder auf Hunger und Leid vor mehr als 80 Jahren hinwies.
Kulturell ging es weiter. Es trat sodann die Dettaer Tanzgruppe Edelweiß auf. Eine Gesangsgruppe sang die Volkslieder “Du, du liegst mir im Herzen” und “Anneliese”. Dann widmeten sie sich einigen Volkstänzen im Walzer- und Polkaschritt.
Die Banater Musikanten (Iosif Dorel Antal und Emil Zau) spielten auf und sorgten damit für gute Laune und für festliche Stimmung.
Die BZ-Redakteurin Ștefana Ciortea-Neamțiu erklärte im Anschluss den Wettbewerbsvorgang. Eine fünfköpfige Jury wurde beauftragt, die Gewinner des Wettbewerbs zu ermitteln.
Während dieser Zeit sorgte Hans Janzer (Vorsitzender der HOG Sanktandres) mit seinem Zeppelin für die Attraktion des Tages, indem er die 111-jährige Luftfahrtgeschichte aller Banater hinwies und das aus Schweinefleisch gefertigte Flugobjekt enthüllte.

Die ersehnte Nachricht der Gewinner wurde von Ștefana Ciortea-Neamțiu bekanntgegeben und die Preise von Benjamin Józsa, Geschäftsführer des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, überreicht.

2. Preis: Crisian Sertea aus Temeswar (in der Bildmitte);
3. Preis: Erich Buchmann aus Sackelhausen (Entgegennahme von Lennard Neu, vierte Person von links);
Journalistenpreis: Dorin Rada aus Arad (2. von rechts).

Genuss der Fleischspezialitäten
Nach der Preisverleihung an die Gewinner der Bratwurstexperten sowie nach einer Vergabe von ADZ-Abos an einige glückliche neue Leser konnten die Anwesenden die aufgetischten Spezialitäten genießen. Zusätzlich wurde auch Kesselfleisch serviert und nicht zuletzt auch der köstliche, künstlerisch gestaltete Zeppelin. Auch dieses Mal war der HOG Sanktandres wichtig, zusätzlich einen Bakowaer Wein zu servieren. Und eine Banater Schwäbin schrieb an unseren Vorstand: “Oha, ein wahres Wunder, wenn die Würste schon fliegen können…”
Das Jahresfest der BZ war wieder ein toller Erfolg für die Veranstalter. DANKE an die BZ und an das DFDB. Die zufriedenen Teilnehmer spekulieren bereits: Welche Banater Gemeinde wird sich wohl für die Austragung der “Worschkoschtprob” im nächsten Jahr bewerben? Denn: „Der Ausgangspunkt aller Erfolge ist der WUNSCH. Behalte dies ständig im Kopf. Schwaches Verlangen bringt schwache Ergebnisse, genauso wie ein kleines Feuer eine kleine Menge Wärme erzeugt.“ (Napoleon Hill, amerikanischer Schriftsteller). Also dann…







