Friedhof

Friedhofsgeschichte

1784 waren für den Ort Sanktandres vier Joch „Freydhof“ ausgesteckt, zwei Joch entfielen auf den deutschen Ortsteil, zwei Joch auf den rumänischen Ortsteil. Der deutsche oder katholische Friedhof lag schon damals dort, wo er heute noch zu finden ist. 1821 wurde er um weitere zwei Joch erweitert und im bischöflichen Auftrag eingeweiht.

Die „Visitatio canonica“ (= Eintrag auf Kirchenbuch) schreibt 1838 über den Gottesacker:

“Der Friedhof liegt im östlichen Teil des Ortes, … Das auf ihm wachsende Gras fällt dem Pfarrer zu. …
Der Friedhof dient nur zur Bestattung gläubiger Katholiken …“

Im Jahr 1848 kaufte die Ortsverwaltung ein Joch Grund zum alten Gottesacker dazu.
1889 ließ die segenreiche Einrichtung “Sanktandreser Leichenbestattungsverein“ zwei Häuser errichten: für den Leichenschlitten und für den barocken Leichenwagen.
Der Verein ließ auch einen Brunnen graben.
1979/1980  legte man vom Tor bis zum Kreuz einen zwei Meter breiten Betonweg an, vom Kreuz bis zum unteren Friedhofausgang wurde der Weg ebenfalls betoniert, allerdings nur in einer Breite von 60 cm; Materialanschaffung und Arbeitskosten wurden durch eine Spende der in Marktl am Inn lebenden Brüder Steinbrunn gedeckt.

Die Friedhofskapelle und das Große Kreuz

Im Jahre 1911 ließ  Jakob Schmidt (* 1.3.1859 †2.8.1937)  die Kapelle bauen, in der eine Gruft als Ruhestätte für ihn und für seine Frau Anna, geborene Klein (*18.3.1867 †17.4.1943) errichtet wurde. Die Kapelle wurde am 15. Oktober 1911 eingeweiht.

In der Mitte des Friedhofs steht ein 3 Meter hohes Kreuz, gespendet von Heinrich Steinbrunn (*24.10.1917 †15.3.1985) und dessen Ehefrau  Apollonia, geb. Ramp  (*24.10.1921 †12.3.2011). Hergestellt wurde das Kreuz vom Sanktandreser Steinmetz Heinrich Thernes (*1.7.1917 †23.7.1990).

Die Friedhofskapelle

von Jakob Jost (Sanktandres)

In der Mitte des Friedhofs die Kapelle steht
Und mahnt uns im Schmerz zum Gebet.
Trug man einen Toten zur Ruh,
Dann läutet die Friedhofsglocke dazu.





Wenn ihr die Lieben auch bettet zur Ruh
Und sie deckt mit kühler Erde zu,
Einst werden sie wie Christus auferstehen
Und ihr werdet sie wiedersehen!

Jeder Pilger auf seinem letzten Gang,
Begleitet der Glocken Grabgesang.
Es war, als wollte sie uns sagen:
Jeder muss mal dieses Schicksal tragen.
Im Schmerz gibt der Glauben uns Trost und Licht,
Den Verzweifelten Hoffnung und Zuversicht.
Die Kapelle auch heute im Friedhof steht,
Dorthin jedoch kaum einer noch geht.
Die zahlreichen und bitteren Schmerzen
Zerissen den Hinterbliebenen die Herzen.
Ganz oben das Kreuz uns mahnt zum Hoffen,
Als wollt’es sagen: ein Trost ist noch offen!
Vom Winde verweht, aus der Heimat vertrieben,
Wurden alle, nur die Gräber noch blieben.
Auf dem verlassenen Friedhof bei Tag und bei Nacht,
Die kleine Kapelle hält treu ihre Wacht.