Blasmusik

Die erste Blaskapelle vor dem I. Weltkrieg wurde von Kapellmeister Kiefer ins Leben gerufen, bei dem auch der spätere Kapellmeister Franz Lutz ausgebildet worden ist.

Dann dirigierte Franz Popowitsch (*9.10.1878 †2.11.1962) eine Blaskapelle, die auch die Schützen mit Marschmusik begleitete. Er soll eine gute Kapelle geleitet haben. Einige Spieler dieser Kapelle: Alexander Gartenmayer, Josef Moos, Hans Moritz, Franz Lutz, Wilhelm Lutz und Franz Popowitsch. Als dann der I. Weltkrieg ausbrach, löste sich die Kapelle auf (s. Foto: Blaskapelle im Jahr 1912).

Nach dem Krieg (ab 1919) stellte Heinrich Granofsky mit seinen beiden Söhnen Anton und Josef, Nikolaus Berwanger, Franz Popowitsch, Josef Roos und Josef Moos eine kleine Blaskapelle auf. Zum Tanz wurde manchmal mit der Ziehharmonika aufgespielt. 1920 spielte gelegentlich die drei Mann starke „Dirlip’hurt“-Kapelle im Wirtshaus.

Im Februar 1924 gründete Franz Lutz (*1.1.1893 †10.11.1964) eine erste ordentliche Blaskapelle. Dieser Kapelle gehörten an: Johann Petz, Mathias Rausch, Josef Hoschett, Christian Rausch, 2x Jakob Jung, Heinrich Jung, Johann Weber, Josef Granofsky, Peter Klein, Anton Weber, Johann Tiringer, Christian Kirsch, Jakob Weber, Anton Weber und Kapellmeister Franz Lutz.

Am 1. Januar 1928 hat Franz Lutz (s. Foto) eine Musikschule gegründet. Zur Eröffnung der Schule in Sanktandres, die die erste dieser Art gewesen sein dürfte, meldeten sich spontan etwa 30 Buben an.

Auf dem Foto von 1928 sind folgende Mitglieder der Blaskapelle abgebildet: Franz Klein, Josef Janzer, Jakob Steinbrunn, Josef Lay, anton Till, Johann Kollmann, Heinrich Jung, Christian Kirsch, Johann Mebes, Wilhelm Müller, Jakob Weber, Christian Lay, Anton Noll, Johann Klein, Johann Kilburg, Mathias Pitzer, Johann Metzger, Johann Lutter, Jakob Jung, Johann Noll, Peter Kollmann, Mathias Rausch, Franz Popowitsch, Kapellmeister Franz Lutz, Michael Seif, Nikolaus Janzer, Josef Günthner, Jakob Kirsch, Michael Ribis, Peter Rausch, Josef Kirsch, Wilhelm Dusel, Johann Noll, Christian Arenz und Peter Spengler.

An eigenen Kompositionen von Lutz ist unter den Archivalien dessen „Marsch der Jünglinge“, „Marsch v. L.“, der Walzer „Weiße Rosen“ und ein weiterer Walzer mit dem Titel „Sanktandreser Mädeln“ zu finden.

1932 entstand unter Leitung der Brüder Anton und Josef Granofsky die 31 Mann starke Blaskapelle der Freiwilligen Feuerwehr. Die Knabenkapellen für Blas- und Schrammelmusik unterhielten die Andreser bis 1943, als dann der fürchterliche Krieg das Musikleben zunächst zum Erliegen brachte.

In der Zeitspanne 1923-1925 nahm Anton Granofsky (*22.7.1904 in Blumenthal †18.12.1997 bei Hamburg) Flötenunterricht beim damaligen Kapellmeister Franz Lutz und zu Hause probte er gleichzeitig auf mehreren Instrumenten. 1943 zog er mit vielen Landsleuten nach Deutschland. Den Krieg hat er unversehrt überlebt und blieb in Deutschland. Er lebte in Hummelsbütten neben Hamburg und bildete dort Einzelschüler und Gruppen für Akkordeon, Schlagzeug und Klarinette aus.

Es geht hervor, dass er mehrere Musikstücke komponiert hat: „Mein schönes Banat“, „Anna-Walzer“, „Banater Kirchweihwalzer“, „Die lustigen Sanktandreser“, „Gruß an die Banater Schwaben“, „Andreser Polka“, „Donauschwaben-Potpouri“ u.v.a. Seine musikalischen Schöpfungen wurden in Sanktandres gerne gespielt.

Ab 1947 stellte Josef Granofsky eine Blaskapelle in Sanktandres auf und bildete laufend Kinder an verschiedenen Instrumenten aus.

Nach 1950 spielte meist die Schrammelmusik der vier Goschys unter der Leitung von Heinrich Goschy zum Tanz auf, während bei Hochzeiten und anderen festlichen Anlässen die Blaskapelle zum Einsatz kam, deren Leitung von 1962 bis 1972 in den Händen von Franz Senaschy lag. In der Kapelle haben folgende Andreser Landsleute gespielt: Heinrich Goschy sen., Heinrich Goschy jun., 2x Josef Goschy, Josef Günthner, Johann Noll, Anton Heidecker, Josef Jung, Christian Kirsch, Johann Kollmann, Wilhelm Ribis, Josef Schmitz, Johann Thernes, Heinrich Jung und selbstverständlich Franz Senaschy
(s. Foto. Mit dabei Kerweihogranisator M. Reiter 1966).

Die Kapelle bestand nach Senaschys Erkrankung ab 1972 als „Goschy-Kapelle“ weiter; auch Josef Günthner (*1957, Trompete) betätigte sich zwischendurch als Dirigent. Hinzu kam noch Josef Zippel (*1960, Bassflügelhorn). Die Kapelle Goschy verdiente zu Recht diesen Namen, denn es gehörten ihr sechs Namensträger dieser Familie an: Eduard (*1956, große Trommel), Josef (*1930, Flügelhorn), Josef (*1931, Bass), Josef (*1952, Klarinette), Heinrich (*1910, kleine Trommel) und Helmuth (*1958, Tschinellen).

Quelle: Zuschnitt aus dem Heimatbuch (M.Weber) und dem Heimatblatt (H.Lay)

Wie in allen Banater Ortschaften lösten sich auch in Sanktandres nach dem Exodus der deutschen Bevölkerung das Kultur- bzw. das Musikleben auf.
Im Jahre 1994 gründeten unsere Landsleute einen Freiburger Kulturkreis der St. Andreser (s. Freiburger Singkreis), wo unter der Leitung von Josef Zippel eine Musikkapelle zustande kam. Diese Kapelle (Leitung  Josef Zippel oder Heinrich Deschu) begleitet seit einigen Jahren unsere HOG-Treffen. Es kamen noch hinzu die Sanktandreser Siegfried Till, Heinrich Janzer, Walter Günthner und Werner Hehn.

Im Jahr 2007 brachte die HOG eine CD mit dem Titel 50 Jahre Andreser Blaskapelle heraus.

Schöne Erinnerungen

Unbedingt zu erwähnen ist die „Taunis-Kapelle“ unter Leitung von Heinrich Deschu, die unsere HOG beim letzten Treffen voll unterstützte (s. Seite Heimattreffen 2019).
Josef Zippel hatte viele Jahre die Leitung der „Freiburger Eisenbahner-Musikanten“ inne.

Einst und jetzt (Lied) Text: Nikolaus Lenau, K: Anton Bleiziffer, G: Helmine Bleiziffer (geb. Ludwig), Josef Zippel, Johann Francz